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Zitat von Abwehrtitan
Nicht vergessen, Schröder war der, der außenpolitisch endlich mal die USA-Hörigkeit aufgelöst hat, das beste was ich über die Jahre politisch erlebte war, als er Bush glasklar die Kante gegeben hat. Damals übrigens hat sich international ein Ruf Deutschlands begründet, von dem wir heute noch zehren.
HARTZ-IV hat Fehler, ein paar ganz dicke Ungerechtigkeiten, aber in der Sache richtig. Man hätte nur nicht alle "Bedarfsfälle" über einen Kamm scheren dürfen. Es ist ein großer Unterschied ob ein 21-jähriger Studienabgänger der keinen Job findet, oder ein junger Mann der einfach keinen Bock auf Maloche hat, HARTZ IV bekommt, oder ein 40 - jähriger Familienvater mit drei Kindern, oder ein 50 jähriger, der jahrzehntelang "eingezahlt" hat. Hier hinkt das Gesetz zu stark. Hier muss man modifizieren. Sorgfältiger gestaltet und abgestuft in seiner Wirkung und in seinem Umfang würde ich schon unterschreiben.
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Hartz4 hat mMn. drei Probleme:
Erstens die von dir angesprochene Gleichsetzung aller Empfänger ohne Rücksicht auf die Lebensleistung. Dazu gehören auch "Zwangsverrentungen" ab 60.
Zweitens die "Bedarfsgemeinschaft", wo Unbeteiligte hineingezogen werden. Bei Ehepaaren noch o.k., bei anderen Wohngemeinschaften ungerecht.
Drittens die Tatsache, dass Hartz4 umso mehr wird, je mehr Personen davon leben und bei 2 Kindern die Annahme einer halbwegs vernünftig bezahlen Arbeit schon nicht mehr lohnt.
Singles werden mit 700-800 Euro abgespeist, was zuviel zum Sterben und zuwenig zum Leben ist. Alleinerziehende haben dasselbe Problem.
Dagegen sind Familien mit 2 Kindern und mehr erheblich besser gestellt.
Als vierten Punkt könnte man noch anfügen, dass es für jemand alleinstehenden, habe so jemand im Bekanntenkreis, unglaublich schwer ist, da zu vernünftigem Verdienst wieder rauszukommen.
Unternehmen nutzen den Zwang der Ämter zu Lasten der Empfänger aus. Bei meinem Bekannten war es so, dass nach einem geforderten, natürlich unbezahltem Praktikum trotz Gesellenbrief mit guter Note, entweder ein Vertrag weit unter Tarif angeboten wurde oder der Umweg über eine Leihfirna vorgeschlagen wurde.
Hier würde eine Allgemeinverbindlichkeit sömtlicher Tarifverträge und Equal Pay nicht nur dort viel Dampf vom Kessel nehmen, sondern auch die Mitbewerber, die vernünftig bezahlen schützen.
Es kann nicht sein, dass ein guter KFZ-Mechaniker bei einer Werkstattkette einen Aushilfsvertrag über 120 Stunden angeboten bekommt,, wo er, nach Abzug der Fahrtkosten, auch nur auf 700-800 Netto kommt, aber die Arbeit eines Gesellen verrichten soll.
Fünftens muss endlich der Beschiss bei den Rumänen und Bulgaren vom Stamm der Roma unterbunden werden. Es gibt regelrechte "Agenturen", wo sie irgendwo offiziell mit "100 Euro" angestellt sind und dadurch berechtigt sind aufzustocken.
Die Kassieren vom Staat mit 3 oder 4 Kindern bis zu 4.000 Euro,; wovon sie dann dem türkischen Gemüsehändler, bei dem sie offiziell 100 Euro verdienen 500 bar Cashback geben und sind glücklich.
Für "richtige" Arbeit sind sie natürlich, mangels Ausbildung und Sprache, unvermittelbar.