Zitat:
Zitat von Gandalf446
Man sollte dann doch zwischen Leistungsbereitschaft und selbstaufgabe unterscheiden. Wenn ich (Baujahr 1988 - also aktives Mitglied dieser "Generation-Y") auf das Arbsitsleben von meinem Vater (Baujahr 1960) zurückblicke, das mit Zitaten aus Marc-Uwe Klings mittlerweile Bestseller-Reihe der Känguru-Chroniken sehr treffend beschrieben werden kann ("Ich arbeite gern, für meinen Konzern", " Frage nicht, was dein Arbeitsplatz für dich tun kann. Frage, was du für deinen Arbeitsplatz tun kannst." und einige mehr), verstehe ich auch die Sichtweise einige meiner Altersgenossen sehr gut. Was auch daran liegt, dass ich sie teile! Da ist mein Vater mittlerweile selbst zu dem Entschluss gekommen, dass das nicht die Erfüllung sein kann und sollte. Diese Erkenntniss haben auch einige aus meiner "Generation" lange vor Einstieg ins Berufsleben bekommen. Was auch daran liegt, dass uns Wege offen stehen, die meinen Eltern so nie offen standen - Stichwort Reisen.
Nur, dass jemand einfordert, selbst etwas von seinem Leben zu haben, anstatt stumpf auf eine möglichst steile "Karriere" hinzuschuften, darf man nicht als mangelnde Leistungsbereitschaft auslegen. Wie groß der Anteil der Menschen ist, die letztlich ein Sabbatical (um dem abgelehnten AfD-Antrag zu folgen: eine Auszeit vom Beruf) nehmen, hängt meiner Wahrnehmung nach auch stark vom Bekanntenkreis ab. In meinem Umfeld haben sicher 20-25% bereits eine längere Auszeit genommen.
Ich habe das auch irgendwann mal vor, wenn die Wohnung abbezahlt ist, was laut Plan irgendwo mitte bis ende 30 der Fall sein dürfte.
|
An dem Spruch, dass der Deutsche lebt, um zu arbeiten, was du ja bei der Vorgängergeneration zum Teil implizierst, da ist irgendwo schon etwas dran.
Meiner Meinung nach hat das aber auch viel mit der Berufswahl zu tun.
Mit An-/Abfahrt, Pausen und anderen Nebensachen verbringt man im Grunde etwa die Hälfte des Tages mit der Arbeit.
Macht einem das Spass und man verdient dazu gut, dann ist doch alles in Ordnung.
Viele höhere Positionen oder auch Selbstständigkeit erfordern ein hohes Maß an Engagement und Einsatz.
Probleme sehe ich bei Jobs ohne Perspektive und bei Eintönigkeit.
Das fängt beim Bandarbeiter an, der jeden Tag dasselbe macht, geht über den Beamten bisher zum Büroarbeiter.
Denken wird demjenigen abgenommen, Karrierechance gibt es keine und derjenige weiß, was ihn die nächsten 25 Jahre erwartet.
Dazu machen es sich viele auch selbst schwer, indem sie sich durch Hauskauf/allgemeine Verschuldung abhängig von ihrem Arbeitsplatz machen.
Ich kenne im Übrigen einen Einzigen, der so ein Sabbatical eingelegt hat über ein Jahr.
Mittlere Führungsposition, unverheiratet hat er eine Weltreise gemacht.
Für viele ist das aber nicht möglich.
Auch ist gegen Arbeit nichts zu sagen, wenn sie Spaß macht.
Ein Steuerberater ist 75 und macht immer noch. Er will gar nicht aufhören. Er sagt, dass er nicht einfach zuhause rumspielen kann. Ein Heilpraktiker ist 86 und noch top fit. Er sagt, dass er so den Menschen helfen kann und Spaß dabei hat.
Andere Menschen gehen mit 55, weil sie ihr Leben lang körperlich geschuftet haben und ihnen die Arbeit sowieso nie Spaß machte.
Ich denke, dass,, solange jemand die Wahl hat, zunächst mal seinen Beruf nach Neigungen und Fähigkeiten auswählen sollte.
Anwalt oder Arzt zu werden wegen dem Geld oder Lehrer wegen der vielen Ferien, da wird mancher nur unglücklich.
Und mancher, der so kaum seine 40 Stunden rumbekommt, weil er frustriert ist würde in einem ihm liegenden Beruf vielleicht sogar 60 Stunden arbeiten.
Nur eines ist Fakt:
Hat man nicht das vereinzelte Glück als Fußballprofi oder mit einer goldenen Geschäftsidee, die man dann verkauft frühzeitig auszusorgen und möchte etwas erreichen, dann Bedarf es oft einer Menge an Zeit und Einsatz.