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Alt 15.03.2018, 18:12
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

@jaskula:

Wir haben in Deutschland ein Problem:

Oben die Großkonzerne mit Milliardengewinnen und extrem gut bezahlten Angestellten auf allen Ebenen.

Erzielt wird der Gewinn durch drücken der Zulieferer durch feste Preisvorgaben. Diese müssen nun sehen, dass sie selbst genug verdienen und gleichem das mit Ausstieg aus der Tarifbindung und Leiharbeit und Werkverträge aus.

Darunter schöpft man dann noch externe Dienstleister, die dann knapp über dem Mindestlohn bezahlen.

Beispiel:

Hochtief baut eine Brücke und kalkuliert mit 20% Marge. Würde sie mit eigenen Leuten bauen, dann blieben vielleicht 3%. Also holt man sich ein Tiefbauunternehmen mit normalen Löhnen und gibt Ihnen vor zu 80% des Auftragspreises das Werk fertig zu stellen.
Das kann der Unternehmer nicht und beschäftigt seinerseits wieder einen Subunternehmer, der dann mit Polen, Rumänen oder Bulgaren anrückt.

Die werden dann zum Teil schwarz beschäftigt, weil er den Baumindestlohn nicht stemmen kann und die Auftraggeber sowieso erst nach 6 Monaten bezahlen.

Kommt es zur Razzia ist er der Buhmann. Der Fisch aber stinkt vom Kopf.

Ähnlich ist es auch in der Auto- und Montanindustrie.

"Dank" der EU fliegt jeder, der das nicht mitmacht.

Hermes ist auch so ein Fall mit seinen Subs.

Die lassen sich natürlich vorher alle schriftlich bestätigen, dass Mindestlohn bezahlt wird und waschen ihre Hände in Unschuld.

Hier könnte ein Staatsfonds hilfreich sein, indem sich der Staat bei wichtigen Unternehmen mit einer Sperrminorität einkauft und extremen Shareholder-Value verhindert.

So könnten ausufernde Praktiken gestoppt werden und Betriebsverlagerungen verhindert werden. Zudem könnte man damit die RV stärken, so wie es Schweden macht. Aus dem operativen Geschäft sollte sich der Staat raushalten, aber klare Richtlinien vorgeben.

Ein Aldi oder Lido zahlt z. B. gut und auch extern so, dass alle "leben" können. Aber das sind Familienunternehmen, die sich mit 2-4% Rendite zufrieden geben. Da geht niemand auf den letzten Cent. Geld bleibt im Unternehmen und wird investiert.

Ein Handelskonzern wie die Metro muss aber Shareholder Value bringen und hat viel weniger Spielraum durch die Börse. Man hilft sich mit Leiharbeiern und Frendfirmen, um das nötige Ergebnis (und den eigenen Bonus) zu erreichen. Kaufhof War durchaus profitabel, aber nicht genug für sie und dann haben sie halt verkauft. Ähnlich lief und läuft es mit anderen Unternehmensteilen.