Zitat:
Zitat von Jaskula
Volle Zustimmung.
Vor allen Dingen ist diese Art Wertschöpfung völlig unproduktiv und komplett wertlos für die Gesellschaft. Wer so sein Geld verdient ist eine Zecke, sonst nichts. Und die übertragen böse Krankheiten ....
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Der heutige Kapitalmarkt hat mehrere Probleme:
Problem 1)
Der Eigenhandel der Banken. Hier kommt es zwangsläufig immer wieder zu Interessenkonflikten mit den eigenen Kunden.
Daher sollte jeder wissen, der eine Bank betritt, dass ihm kein "Berater", sondern "Verkäufer" gegenüber sitzt. Der hat überhaupt kein Interesse Produkte mit günstigen Konditionen zu verkaufen (für den Kunden).
Problem 2)
Die Abkehr der "Start-Up" und "Gründerszene" von gewinnorientiertem Arbeiten.
Das Finanzamt erwartet von Unternehmen eine Gewinnerzielungsabsicht.
Soweit sogut, wenn nicht wird "Liebhaberei" unterstellt und, einfach ausgedrückt, sind dann keine Betriebsausgaben mehr möglich.
Nun gibt es aber Firmen wie Amazon, die über Jahre sogut wie keine Einkommensteuer bezahlen Das Vermögen der Betreiber gründet nicht auf erzielten Gewinnen, sondern auf einer Wertsteigerung an der Börse.
Tesla ist ein anderes Beispiel.
Im Grunde eine Luftblase, wo durch reine Phantasie, was irgendwann mal passieren könnte eine Börsenbewertung entsteht, die den Gründer zum Multimilliardär werden lässt.
Wir hatten dieses Phänomen schon einmal, nämlich 2000, wo es in einem Jahrhundertcrash endete. Heute kommt noch dazu, dass selbst Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften, diese weltweit verschieben, und so die Steuereinnahmen des Staates immer weiter drücken.
Damit zu Problem 3)
Die Globalisierung. Es wird immer davon gesprochen, dass Anleger kaum noch Zinsen erhalten. Das stimmt aber so nicht.
Das klassische Zinsgeschäft, Geld leihen und verleihen, ist umgeschwenkt in ein Dividenden- und Mietzinssystem. Großunternehmen zahlen an ihre Anleger durchaus Renditen von 3, 4, oder auf frühere Kaufkurse auch bis zu 10% Dividende. Ähnlich im Immobiliensektor.
Für die Bevölkerung entsteht aber gesamtwirtschaftlich ein Problem. Wenn ein privater Unternehmer alten Schlages sich zum Beispiel mit einer Rendite von 3% zufrieden gibt und auch mal Mitarbeiter "mitzieht", die weniger produktiv sind, dann fördert er damit den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Ein börsennotierter Konzern kann das nicht. Er käme sofort bei den Anlegern in den Verdacht der Untreue. Er ist der Gewinnmaximierung verpflichtet.
Ein populäres Beispiel ist hier der BVB. Da börsennotiert hätte er Aubameyang gar nicht ein Jahr auf der Tribüne schmoren lassen können. Der Verein musste ihn im Grunde zu Geld machen, um sich eventuellen Klagen der Anleger zu entziehen.
Manchester United hatte auch Probleme nach der Übernahme durch Glazer, der dem "Unternehmen" erstmal den ganzen Kaufpreis als Kredit auflegte und den Verein somit über Jahre schwächte, da dieser diesen Kredit erstmal zurückzahlen musste.