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AW: TT im TV - Warum so wenig Tischtennis im Fernsehen? Gegenmaßnahmen? Chancen?
@HSV:
Bei den Senioren geht es mir nicht um offensichtlich geglättete Noppen. Die sollen sie von mir aus rausziehen.
Aber Geschichten wie eine WDSM oder BZM, wo überpenibel jeder Aufschlag weggezählt wird oder minimal unebebe Hölzer rausgezogen werden (und noch diverse andere Schikanen) schaden dem Sport massiv.
TT "lebt" doch davon, dass jeder bis 80 Meisterschaft mitspielen kann.
Vergleich mal TT mit Fußball, Handball oder Basketball und stell dir alle Ligen ohne Spieler ab 35 und ohne Jugendliche vor.
Wieviel von den 300.000 Aktiven wäre dann noch übrig?
Die Hälfte? Ein Drittel?
Die Verbände machen alles, dass die älteren Spieler keine Lust mehr haben.
Warum ist Fussball so populär?
Weil man die Regeln seit 150 Jahren nur minimal angepasst hat.
Bei Handball, Basketball oder Eishockey ist es ähnlich.
Tischtennis ist der einzige Sport, der sich bei Sportfremden versucht auf widerliche Weise anzubiedern dabei aber die Aktiven völlig außen vor lässt.
Sicher gibt's genug Lemminge, die schön brav tun, was der Führer, ähm sorry, der Vorstand befiehlt.
Es reicht aber schon wenn jeweils 5% Sagen "nicht mit mir, ich höre dann halt auf".
Auf besagten WDSM und BZM haben etliche Spieler zum letzten Mal bei sowie mitgespielt.
Wenn mich im Doppel ein 18 jähriger Schnösel von oben herab belehren will ("unterlassen Sie bitte die Kraftausdrücke"), wenn ich mich noch recht harmlos über einen verschlagenen Ball ärgere, dann spiele ich da halt nicht mehr mit.
Ein Senior, früher mal in der Buli aktiv, der nur Rollaufschläge macht, hat so einem Wichtigtuer bei 1:0 im ersten Satz und abgezogenen Aufschlag kurzerhand die Hand gegeben.
In Hauptrunden machen Spieler die unglaublichsten Verrenkungen, damit der Aufschlag 100% korrekt ist, weil 90% nicht akzeptiert wird.
Wohlgemerkt von SR, die selbst nie höher als Kreisklasse spielten.
Und die Zahlen geben mir recht. Seit 1999 und den ersten Änderungen haben sehr sehr viele Spieler aufgehört. Immer ein bisschen, aber konstant.
Kreismeisterschaften und Turniere sind so dünn und schwach besetzt wie noch nie.
Spieler meiden früher beliebte Ranglisten, um keine Punkte zu verlieren.
Herren A Klassen mutieren zur Farce durch Punktejäger, die 2/3 des Feldes ausmachen, um bei wenig Risiko auf einen Glückstreffer hoffen und am Tisch noch im Handy den TTR-Rechner aktivieren.
Früher sind wir gerne mit mehreren Leuten auf Turniere und andere Wettkämpfe gefahren. War dann halt für alle "offen bis OL, VL oder sonstwas", zumindest startete man als Mannschaft zusammen.
Heute darf dann einer oder zwei gar nicht spielen, da zu hoher TTR und die anderen haben alleine dann auch keine Lust.
Die Guten haben zudem keine Lust 10 Stunden in der Halle zu sein um erstmal 5 Runden gegen 500 Punkte weniger TTR zu spielen.
All dieses lässt unserem Sport immer weiter schrumpfen. Von der Logik her macht der Wert natürlich Sinn, aber manchmal ist "unlogisch" für das Gesamtgefüge sinnvoller.
Ist ein Turnier bis 2.000, wer ist denn mit 1.995 so bescheuert und fährt da hin?
Genauso ist es in der TTBL.
Hagen hat ja ein paar Jahre Buli gespielt, aber warum sollte ich, obwohl nur 20KM weg, mir da drei bis maximal 5 Einzel anschauen?
Eine Mannschaft wie Fulda irgendwo als Gast im alten 4er System, da bekommt man was fürs Geld.
Und zwei Tische sind halt sinnvoll, wenn es an einem langweilig ist.
Im Endeffekt geht es aber darum, dass die Top20-30 immer mehr abgrasen, Verbände Fördermittel bekommen (die nur für gute Ergebnisse der absolutem Spitze fließen) und die Basis ist im Grunde lästiges Beiwerk.
Während Vereine Trainingszeiten abgeben und kaum Trainer finanzieren können, da immer mehr Gebühren erhoben werden und in manchem Stützpunkt Trainer zum Mindestlohn beschäftigt werden, weil ja angeblich kein Geld da ist wird manchem Millionär noch der Flug zum Turnier nach Übersee bezahlt, damit der WRL Platz stimmt.
Das "tut" man sich an, aber bei der NDM Folter dann eine spontane "Verletzung".
Selbst bei Westdeutschen erspart man den Guten mittlerweile die Gruppenphase, wo doch früher für viele die Motivation war sich da mal für zu qualifizieren, dass man in der Gruppe auch mal gegen Steger oder Hielscher ran musste.
Ein Profi sollte doch so 3 Spiele abkönnen.
Das Alles und noch vieles mehr lässt den Sport immer peu a peu ein bisschen schrumpfen. Es hören jetzt nicht 50.000 auf einmal auf, aber hier mal 100, da mal 100, dann kommt wiedereinmal Vereinsfusion, weil beide Vereine dann nur einmal Hallengebühr zahlen müssen und wieder hören 5 Mann auf.
Und das summiert sich über die Jahre auf.
Dazu dann noch Ganztagsschule, G8 und dir Überzeugung mancher Eltern und Politiker aus unseren Kindern kleine Maschinen machen zu müssen, was kaum noch Zeit für Hobbys lässt.
Fussball wird noch akzeptiert, da sieht mancher Vater in seinem noch so untalentierten Sohn den kommenden Millionär, aber alle anderen Sportarten haben doch massive Probleme den Sinn des Sports zu vermitteln und die Kinder in die Halle und die Eltern als Unterstützung zu bekommen.
Und beim DTTB sorgt man sich um die Einschaltquoten. ..
In 20 Jahren werden es noch maximal 150.000 Aktive sein, da braucht sich dann um die Quote auch keiner mehr Gedanke machen.
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