Thema: Joola Kool!
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Alt 04.07.2004, 19:09
Shakehand Shakehand ist offline
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Testbericht Joola Kool

Vor zwei Wochen habe ich mir das Joola Kool mit anatomischem Griff besorgt und mit verschiedenen Belägen getestet: Dem Tibhar Torped, Butterfly Cermet, Neos Sound, Andro Rev. COR SS (alle in 2 mm, mit Testklber montiert) und dem Innova (1,8 mm, frischgeklebt). Vorher habe ich das TSP 6.5 gespielt (mit dem o.g. Innova).

Zum Kool:
a) Auge und Hand
Das Kool liegt gut in der Hand (wenn man die etwas scharfen Kanten am Griff ein wenig abgeschlliffen hat), wiegt 86 Gramm (mit konkavem Griff: 80 g) und fühlt sich subjektiv sehr leicht an, obwohl es mit einer Dicke von 10 mm ein ziemlicher "Knüppel" ist. Der Furnieraufbau ist wie in den einschlägigen Katalogen beschrieben Balsa (ein dicker Kern), Fichte, Limba und Texalium. Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt sehr gut, allerdings ist der Griff aus einem sehr weichen Holz, das viel Feuchtigkeit aufnimmt und schon bald leicht schmutzig wirkt (anderseits liegt es dadurch auch absolut rutschfest in der Hand).

b) Das Spiel
Laut Katalog soll das Kool zur Zeit so ziemlich das schnellste, regulär auf dem Markt erhältlich Holz sein (105 Tempopunkte). Ehrlich gesagt: kann ich nicht beurteilen. Allerdings ist es das schnellste Holz, das ich je gespielt habe (dazu gehören immerhin das Clipper, ein bretthart lackiertes TSP 6.5 und das Friendship Carbon 9010).

Vor allem Topspins, die ich in der herunterfallenden Phase des Balles spiele gehen zur Zeit noch regelmäßig ins Nirwana hinter der Platte. Der Grund: Das Holz entfaltet bei harten Schlagen und Topspins einen absolut hammer-artigen Katapult, der mich immer wieder überrascht und daran erinnert, auf meine Technik zu achten: Will sagen: ich muss den Ball möglichs am höchsten Punkt spielen, damit ich ihn herunterdrücken kann, da die Holz-Power des Balsakerns eine flache Flugkurve produziert (das gilt ausnahmslos für alle!! Beläge, die ich zum Testen verwendet habe.

Trotz dieser enormen Power spielt sich das Kool über dem Tisch überascehnd zahm und gut kontrollierbar, da der katapultstarke Balskern beim sanften Streicheln des Balls nicht wirklich zum Tragen kommt. Kontroll-Freaks, die Vibrationen im Griff oder sonstwo zur Rückmeldung brauchen, dürften mit dem Kool ihre Probleme haben, denn das Holz ist ist relaltiv steif, nichts wackelt, viebriert oder macht sonstwie auf sich aufmerksam. Für mich ist es so aber geradezu perfekt. Ich kann Gewackel in der Hand schlicht und ergreifen nicht leiden.

Ebenfalls positv überrascht war ich Block-Spiel mit dem Kool, vom relativ sanften Stopp-Block bis zum absoluten Power-Block ist alles möglich, wenn man sich auf die Geschwindigkeit eingestellt hat.

c) der Sound:
Bisher dachte ich immer: je höher die Tonlage beim Ballabsprung direkt auf dem unbelegten Holz, desto schneller. Na ja, mein TSP liegt jedenfalls 1-2 Tonhöhen höher als das Kool, ist aber trotzdem nicht so schnell. Trotzdem macht das Kool beim Schuss auch so einen mächtigen Lärm, irgendwo zwischen "pling" und "donk". Aber das hilft wahrscheinlich niemandem wirklich.

d) was mir auffiel:
- beim Neos Sound hatte ich kaum Spin in meinem Paradeschlag, dem Topsspin.

- Auch mit weichen (mittelharten Belägen (Neos Sound, Rev COR SS und Cermet) kamen die Topspins in einer gleichermaßen flachen Kurve wie beim Torpedo (der sich allerdings auch nicht gerade hart spielt)

- Das RAG-Griffsystem (eine Art Holzhülse, die über den Griffkern geschoben ist) bringt keine Kontrollvorteile, meiner Meinung nach aber auch keine Nachteile.

Fazit:
Das Kool ist brachial schnell, ziemlichsteif, bei langsamen Bällen überraschend gut zu kontrollieren und dürfte auch Spieler, die mit schnellen Hölzern umgehen können, dazu zwingen, ihre Technik umzustellen bzw. anzupassen. Zumindest bei mir gilt: Mörderspins sind absolut drin, aber nicht auf die Platte zu bringen, wenn sie unterhalb der Tischkante gespielt werden (auch wenn durch die Zugbewegung der Wind pfeift). Trotzdem: ein tolles Holz für Spieler, die nicht genug Power kriegen können mit einem ungeheuren Katapult, der einem, wenns drauf ankommt, zumindest in der Umstellungsphase, ab und zu das Herz in die Hose zieht.
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shakehand
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