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Alt 22.04.2018, 17:26
Abwehrtitan Abwehrtitan ist offline
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Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
... Es geht bei Noppenzars Beitrag vermutlich um die Rheintalbrücke ...

Baustahl, also St37 oder nach EN S235 (oder vergleichbare Werkstoffe) stammen heute meist aus ausländischer Herstellung einfach weil hier preislich nicht lösbar. Wenn hier jemand Baustahl aus dt. Herstellung in einer Ausschreibung verwendet dann vermutlich wegen der Vorgaben aus der Technik. Wenn also das Architekturbüro vorgibt das gewisse Werke / Regionen auszuschließen sind, ist das in der Realität schon so, das sich die beteiligten Anbieter daran halten. Gründe sind aber nicht die echte Stahlqualität an sich, sondern die vermutete Stahlqualität, das ist ein Unterschied. Wobei es ohne Zweifel Werke in China gibt die für Infrastrukturstahl mindere Qualität herstellen, aber, die Leute die den Kram importieren sind heute bestens geschult das hier kein Müll reinkommt. Einfache Regel, der Trader der das in China kauft kennt den Verwendungszweck, dann wird er das richtige Werk wählen, oder er kennt ihn nicht und holt solchen Stahl hierher, dann wird er hier für Einsatzwecke gewählt die diese "mindere" Qualität "aushalten". Die Rheinbrücke ist eine andere technische Lösung als das Fundament meines Gartenzauns.

Das chinesischer Baustahl generell minderwertig sei müsste erst bewiesen werden, hält sich aber auch ohne Beweis als Gerücht hartnäckig.

Zudem sind die deutscher Hersteller völlig an den Kapazitätsgrenzen angelangt, wir hatten Ende 2017 bereits deutsche Werke mit Lieferzeit Anfang 2019. Wo also sollte der Stahl für ein solches Vorhaben herkommen wenn die dt. Erzeuger es kapazitiv nicht bewältigen können ? Weiterhin WOLLEN dt. oder auch EU-Erzeuger Baustahl gar nicht produzieren, die Margen sind kaputt für diese Qualitäten, das macht keiner hier wenn er andere Aufträge hat, und die hat er aktuell. Wenn hier geschrieben wir das Thyssen Baustahl herstellt dann ist das zwar richtig, aber sicher nicht für den Bau. Auch wenn der Name der Stahlgruppe Baustahl heißt gibt es doch vielfältige Einsätze dieser Qualitäten außerhalb des Baugeschäfts. Dort ist Thyssen stark, z.B. im Flachproduktbereich (Bleche, gewalzte Flachstäbe) die ans Fahrzeug gehen, die im Anlagenbau Anwendung finden, die Großfahrzeug - und Großmaschinenbauer einsetzen (3 Leute hier kennen diese Einsatzzwecke gut) (Nutzfahrzeuge und - maschinen z.B.), da nimmt man eher mal einen deutschen Erzeuger. Wobei man dort konstruktionsseitig längst auf die Qualitätsstähle erweitert hat (S355), einfach weil bei ähnlichem Preisniveau die Streckgrenze besser ist. Mitunter geht man in diesen "Billigstahlbranchen" schon auf die Edelbaustähle ein (42CrMo4), selbst diese kommen hauptsächlich aus Rußland, dem Iran, und nicht zuletzt China.

Wenn also im Zusammenhang mit Brückenbau Thyssen ins Spiel gebracht wird zeugt das von wenig Branchenkenntnis, das ist alles, aber sicher kein Thyssengeschäft. Und die großen, lagerhaltenden deutschen Wettbewerber im Baustahlgeschäft stellen keinen Baustahl her, die kaufen alle in Rußland oder China, oder über gewiefte Trader bei den Persern. Ich habe für die Baustähle, weil nicht wirklich mein Kerngeschäft, keine exakten Zahlen, aber wenn ich wetten müsste würde ich sagen mehr als 80 % der Baustähle kommen aus den benannten Regionen, wahrscheinlich sind es eher 90 %.

Für den beschriebenen Fall hätte das Bundesland in seiner Ausschreibung eben klare Vorgaben machen müssen, das war offensichtlich nicht der Fall sonst hätte der österreichische Bauunternehmer nicht in China kaufen können. Wie meist, wenn nicht immer, hat eben jeder auf den Preis geschielt, vielleicht fällt ja ein Groschen für mich ab. Was der Ösi sparen kann beim Zukauf kann er verwenden um mich als Politiker zu schmieren. So tickt es nicht selten. Ich stimme der Vergabe an ihr Unternehmen zu wenn ich x € bekomme. Sparen sie den Betrag doch beim Materialzukauf ein. Wird dann gemacht. Was immer noch nicht heißt das der chinesische Stahl schlechter sein muss, billiger allerdings ist er sicher, und das lässig um 20 - 30 %, trotz Frachtkosten und Kosten der Einfuhr.

Na ja, egal ...
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lustige Zeiten für Despoten