Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
@Armendi, gibts den Hoffung in der Jugend, Pläne für was Neues (also umsetzbare Pläne meine ich natürlich  ), ist das was absehbar was auf gravierende Veränderung hinweist ?
|
Verstehe deine Frage nicht ganz. Was willst du hören?
"Ja, wir, die Jugend, haben uns abgesprochen, und sind alle der Meinung, dass man Tulpen auf den Fußballplätzen aussäen sollte, damit wir in Zukunft alle auf Blumenwiesen tanzen können."
Was den Einheitsbrei in der Politik angeht: Nur weil du irgendwann aufgehört hast, nach Unterschieden zu suchen, heißt das doch nicht, dass heute alle gleich sind.
Zitat:
|
Ich wünsche mir den Joschka zurück, für die SPD den Gerd, für die CSU den Josef .... auch nix Neues .... aber ich kann die Gestalten einfach nicht mehr sehen. Ein Brei, ein einziger gottverdammter dicker Brei an Arschlöchern die nix anderes im Kopf haben als auf den Spreisel im Auge das anderen zu sehen, den Balken im eigenen Auge wohlwissend übersehend.
|
Der letzte Satz war meines Wissens nach schon immer so, und praktisch Essenz der Jobbeschreibung eines Politikers. Und warum du Joschka und Gerd nennst, die nun wirklich nicht typisch für ihre Parteien sind...
Dann könntest du heute auch Boris Palmer, Kevin Kühnert und Kubicki nennen, dann hast du deine Querulanten. Wobei es traurig ist, dass in der SPD jemand, der offen sozialdemokratische Werte vertritt, heute als Querulant gilt

.
International:
Alles in allem denke ich, dass es ein paar gute Zeichen in den Krisengebieten gibt. Ausnahme: Israel/Palästina. Ansonsten gibt es beispielsweise in vielen arabischen und afrikanischen Ländern einen großen Teil der Jugend, der mithilfe von mehr Bildung und Internet deutlich freier und freigeistiger aufwächst als alle davor. Die Tendenz in der Bildung geht sowieso dahin - die Kinder und Jugendlichen schon in den Klassenzimmern mündiger zu machen. Selbstgesteuertes Lernen als Weg zum lösungsorientierten Bürger, Lehrer*innen als Coach und Wissensquelle, nicht als Wasserschlauch mit Aufsatz, der Wissen über das "Schülermaterial" rieseln lässt und hofft, dass was hängen bleibt.
Bis dahin müssen halt ein paar Sachen passieren: Die Biologie muss die alteingesessenen Lehrer*innen rausschwemmen, die bloß noch auf die Rente warten, und die Politik muss Maßnahmen ergreifen, um wissenschaftliche Erkenntnisse auch an den Unis selbst umzusetzen. Wie kann ich Dozenten ernst nehmen, die Wasser (aktiven, interessanten Unterricht) predigen, aber Wein (Vorlesung ohne jede Interaktion, mit abschließendem Bulimie-Lernen) trinken?
Was mir persönlich große Sorgen macht sind: auf deutscher Ebene der Pflegenotstand, in Europa antieuropäische Tendenzen und z.T. rassistische Ressentiments gegen Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen, auf der Welt der Ressourcenverbrauch (nicht zuletzt Trinkwasser), die Verschmutzung der Meere, die keinen interessiert und mit dem Kippen der Ökosysteme zu einem kompletten Zusammenbruch der Nahrungsversorgung vieler Länder führen könnte. Kurz: Die Profitgier und Wachstumssucht der modernen Gesellschaft, die sich vergleichen lässt mit einem Unternehmer, der ohne Fachkenntnis Millionen Hochhäuser Pi mal Daumen baut, ganz nach dem Motto "wenn sie einstürzen, sind wir hinterher schlauer".
Ich glaube, dass wir Industrienationen die direkten Folgen nur am Rande miterleben werden (Ausnahme vielleicht die Niederlande und die baltischen Staaten, weil die so flach sind). Aber die indirekten Folgen spüren wir jetzt schon - Klimaflüchtlinge, sowie alle Kriege um seltene Rohstoffe, die dann Bewegung auf der Welt erzeugen. Auch wenn bei manchen noch die Meinung vorherrschen mag, dass eigentlich die meisten Flüchtlinge nur schmarotzen wollen - das ist ein kleiner Bodensatz. Die größte "Masse" flieht innerhalb von Ländern oder eben in Nachbarländer - wo die Zustände teilweise kaum besser sind, und bald der nächste Dominostein fallen könnte.
Eine Produktion der Kolonialismus-Spätfolgen-Studios, in Kooperation mit Modern-Imperialism-Pictures. Ich sage nicht, dass der Kapitalismus für alles Übel der Welt direkt verantwortlich ist. Aber viel zu oft wirft jemand in einem komplexen System einen Dominostein um, ohne sich über die gesamte Kausalkette Gedanken zu machen.