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Zitat von Armendariz
Ich glaube, was den Grund für das "Stranden" von Flüchtlingen im eigenen Land bzw. der eigenen Region angeht, gibt es verschiedene Gründe. Nicht weiterkommen können mag einer sein - aber viele haben auch die Hoffnung, in naher Zukunft zurückkehren zu können. Sie fühlen sich ihrer Heimat und ihrer Familie verbunden, beherrschen vielleicht keine anderen Sprachen oder sehen keine Zukunft in anderen Regionen der Welt -> was man früher als "Pull-Faktoren" bezeichnet hätte.
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Es gibt unter den zur Zeit mehr als 50 Millionen Flüchtlinge garantiert auch solche, die vorhaben in ihre Heimat zurückzukehren. Es hängt wohl starkt vom Fluchtgrund und von der Aussicht darauf an, dass dieser zeitnah beseitigt wird.
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Zitat von Armendariz
ABER:
es gibt sehr gute Beispiele für Gesellschaften, in denen es auch im Mittelalter und früher schon mit dem Zusammenleben geklappt hat. Insbesondere dann, wenn führende Persönlichkeiten mit hohem sozialen Ansehen das vorgelebt haben. Und in einer postmodernen Welt mit all unseren Kenntnissen über Vorurteile, die schematisierende Vorgehensweise unseres Gedächtnisses und die Wahrnehmungsfehler, die daraus entstehen (Wolle hat das hier in letzter Zeit unfreiwillig demonstriert  ) dürfen und müssen subjektive Wahrheiten durchaus hinterfragt werden.
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Es klappt auch ganz gut in einer Diktatur, in der das Zusammenleben einfach erzwungen wird. Wenn dieser dann weg ist (oder beseitigt wurde) zerfällt das Land politisch in einzelne Lager.
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Zitat von Armendariz
Zum Thema Alternative zum Kapitalismus:
Das Problem ist ja schlicht die Anbetung des Marktprinzips. Es geht hier nicht um Kapitalismus, sondern um eine radikale Auslegung von Turbokapitalismus, in dem alles zur Ware wird, was sich nicht stark genug wehrt. ...
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Das stimmt, man muss das ganze gesetzlich regeln. Schwer ist das allerdings in Ländern die sehr fern einer funktionierenden Demokratie sind. Was machen wir jetzt mit z.B. mit deutschen Firmen die sich dort engagieren. Unterwerfen wird alles dem deutschen Recht, dann werden sie kaum zum Zug kommen. Sagen wir im Ausland gelten die dortigen Regeln, dann läuft man in moralische Probleme.
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Zitat von Armendariz
Und wo wir bei der Medizin sind - wo bleibt die Vorgabe, dass Konzerne zum Wohl der Menschheit da sind, nicht nur zum Wohl der zahlungsfähigen oberen 30%? In Afrika sterben Millionen Menschen an Krankheiten, die in Europa dank der modernen Medizin und Wissenschaft ausgerottet hat oder nie hatte. DAFÜR sollte es einen Soli geben - zu zahlen von den Pharmakonzernen, die teilweise mit Placebos (Zucker und Füllmaterial) perverse Gewinne erwirtschaften.
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Ja Konzerne wollen Geld verdienen. Wenn du sie zwingst nicht lukrative Geschäftsfelder zu bearbeiten, dann werden sie fragen wer das zahlt. Das könnten z.B. wir sein, indem wir einfach mehr für unsere Medikamente bezahlen, damit man es in Afrika billiger vertreiben kann. Wenn man die Konzerne dazu zwingt, werden sie wohl sehr schnell in andere Länder ausweichen, wo das nicht der Fall ist.
Aber bleiben wir nicht bei den Konzernen hängen. Fassen wir uns mal selbst an die Nase und fragen und, weshalb wir unsere Berufe nicht in Afrika ausüben, sondern hier wo man sehr viel Geld damit verdienen kann.
Damit tut sich auch die Kirche verdammt schwer. Wie heißt es doch so schön: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.... Die christlichen Kirchen verfügen über unglaubliche Vermögen. So ernst nimmt man das Gleichnis anscheinend doch nicht.