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Alt 22.06.2018, 11:10
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von BlinderBarmer Beitrag anzeigen
Wie gesagt, ob und wie man das System repariert, oder ob das überhaupt Not tut, hat nichts mit den zu niedrigen Renten zu tun.
Niedrige Renten resultieren aus niedrigen Einzahlungen, klassisches Leistungsprinzip.
Die Renten nicht mehr an die Beitragshöhe zu koppeln ist verfassungsrechtlich und unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit problematisch.
Und das wäre der Fall, wenn man auf Dividenden, Mieteinnahmen etc. Rentenbeiträge erhebt.



Ich sage nicht, das hier alles knorke ist, hat nur mit dem Thema armutsfeste Rente wenig zu tun.
Der Vorschlag bedeutet, Einzahlungen in die Rentenkasse leisten zu müssen, OHNE damit Anspruch auf eine Rente zu bekommen.
Beamte ins Rentensystem zu ziehen bedeutet ja ebenfalls eine Ausweitung des 'Zwangssystems'.

Und das soll dann kein Zwangssystem mehr sein?
Das ist ja Jimis Problem bei der ganzen Sache, um mal wieder darauf zu kommen, was ich bei Jimis Beitrag kritisiert habe?



Das nennt sich Rechtsstaatlichkeit, dass man das nicht nach Gutdünken bei Leuten abgreift, die einem auf den Senkel gehen, sondern bei allen.
So wie sich aber aktuell die Finanzwirtschaft entwickelt, da wirst du über kurz oder lang gar nicht darum herumkommen Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne entsprechend zu belasten.

Du kannst auf lange Sicht niemandem erklären, warum BMW 33% Steuern bezahlt, der Angestellte, der gut verdient, aber über 40%. Der Anteilseigner zahlt dann nur 25% auf seine Ausschüttung.

Bei den Start-Ups hat ja Macron den Vorschlag gemacht diese nach Umsatz zu besteuern, da im Grunde gar keine Gewinnerzielung mehr beabsichtigt ist.

Und ja, der Output der RV ist schlecht. Ein AN, der 45 Jahre lang etwa 2.500 Brutto verdient wird in 20 Jahren, wenn die Reform voll durchschlägt, etwa 1.000 Euro Rente haben, die dann noch voll zu versteuern ist.

Auf die 2.500 Euro brutto werden aber jeden Monat etwa 500 Euro RV Beiträge von AN und AG erhoben.

45 Jahre x 6.000 Euro sind dann 270.000 Euro, die einbezahlt wurden.

Verzinst man dies über die Jahre nur mit 2%, dann hätte derjenige über 500.000 Euro erspart (die aktuelle 0-Zinsphase mal außen vor, das ist kein Dauerzustand).

Beim Umlagesystem muss er dafür 150 Jahre alt werden, dass es sich lohnt...

Das Umlagesystem funktionierte bis in die 90er, weil im Krieg mehrere Millionen potentielle, damalige, Rentner gefallen sind.

Es gab einfach viel weniger Alte.

On den 90ern hat man zudem für Unternehmen die steuerliche Attraktivität von Betriebsrenten massiv eingeschränkt. Das War dann das Ende der dicken Zusatzrente, die heute noch viele bekomnen.

Und da es über die Umlage kaum noch funktioniert, dann muss man es halt steuerlich lösen.

Das Beispiel Norwegen nur mit Öl zu begründen hinkt doch auch. Deutschland kann genauso gut einen Staatsfonds einrichten. Stattdessen verscherbeln Bund und Länder seit Jahren ihr Tafelsilber.

Einerseits beschwert man sich über hohe Mieten, andererseits hat man Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG etc. privatisiert.

Im Übrigen: Was den Norwegern ihr Öl war über Jahrzehnte in Deutschland der Bergmann. Da hat die SPD sehr wohl für ihre Klientel mehr als gut gesorgt.

25 Jahre auf der Ölplattform gibt bis zu 5.000 Euro Rente in Norwegen, unabhängig vom Einstiegsalter. Ähnlich ist es hier mit der Knappschaft. Mit Anfang 50 geht ein Bergmann in Rente und ein "Sreiger" kommt da auch auf seine 4.000 Euro.