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Alt 12.07.2018, 13:18
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Armendariz Armendariz ist offline
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Zitat:
Zitat von Gandalf446 Beitrag anzeigen
Außerdem sollten mMn die Lehrpläne entschlackt werden und mehr auf Methodenkompetenz als auf stures auswendiglernen gesetzt werden. Ohne natürlich die Allgemeinbildung zu vernachlässigen. Nur gehört für mich weder die Analyse sämtlicher Werke von Göthe und Schiller, noch die Tiefen der Stochastik und der Einstieg in die Quantenphysik dazu. In den übrigen Fächern gibt es sicherlich auch genügend Beispiele dazu.
Ich fände es wichtiger, zu lehren, wie man Quellen bearbeitet, Lernstoff entsprechend der persönlichen Präferenzen zum lernen aufbereitet, etc. Man sollte lernen, zu lernen, sozusagen.
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Nur darf man da nicht vergessen, dass die Kompetenzorientierung ein seit 15 Jahren gepredigtes Ideal ist. Bis es dann auch wirklich bei den Lehrern an der Schule ankommt (gibt leider genug ältere Semester im Lehrberuf, die keine Notwendigkeit sehen, irgendwas an sich oder ihrem Unterricht zu ändern), dauert es halt immer ein bisschen. Stichwort Generationenwechsel.

Die Lehrpläne sind aber eben auch ein Produkt eines Ministeriums, wo Leute mit ganz bestimmten Interessen drinsitzen. Warum hält sich denn Latein noch so an den bayerischen Schulen? Jedenfalls nicht, weil so viele Schüler an einer Karriere im Klerus interessiert sind .

Da ist es aber dann andererseits gut, dass vieles vage gehalten wird. Im FSU hat man dann doch einige Freiheiten. Wahrscheinlich ist das in anderen Fächern schwieriger.

Lernen lernen ist gut. Funktioniert aber erst bei Jugendlichen so wirklich. Davor werden die meisten Lernstrategien nicht effizient angewandt, was auch an einer fehlenden Möglichkeit zur Reflektion des Lernens im Grundschulalter liegt.

Zu guter Letzt darf man auch nicht vergessen, dass Kompetenzen ja bloß über Inhalte geübt werden können. Und die sind oft Geschmackssache. Dabei ist es für Schüler*innen auch oft eine gute Erfahrung, dass Themen spannend werden, wenn man sich mehr auf sie einlässt.

Ich bin eigentlich auch ein Fan von früherer Spezialisierung, aber ich befürchte, dass dann irgendwo auch die Bereitschaft verloren geht, sich auf Themen einzulassen, wo man selbst kein Experte ist. Es ist ja schon heute schwierig - jeder will bei allem mitreden, ist aber nicht bereit, sich genauer zu informieren, bevor er rausplappert.
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Du hoschd Rächd un I han mei Ruh

Geändert von Armendariz (12.07.2018 um 13:27 Uhr)