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Alt 12.07.2018, 22:15
Gandalf446 Gandalf446 ist offline
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Zitat von 1600i Beitrag anzeigen
Oje oje.... Lies bitte noch mal nach: Ich habe überhaupt nichts vom Dreisatz geschrieben. Soviel zum Leseverständnis von Abiturienten...

In einem Punkt gebe ich Dir Recht: Die dank der unseligen Bologna-Reform erfolgte Verschulung des Studiums mit den Tausenden von Klausuren ist der Bildung nicht förderlich.
Mein eigenes Abi liegt ziemlich genau 30 Jahre zurück. Wir haben aus diesem Anlass unsere alten Abi-Klausuren zurück bekommen. Wenn ich die Aufgaben in Mathe und Physik meinen heutigen Studienanfängern stellen würde, gäbe es eine Durchfallquote von 95%. Das liegt daran, dass man in den letzten Jahrzehnten die Abiturientenquote krampfhaft erhöhen wollte, und das ging unter Anderem dadurch, dass tatsächlich wie Du schreibst weniger Wert auf das Verstehen und mehr Wert auf das Anwenden von Verfahren gelegt wurde (übrigens wird gerade das auch oft als "kompetenzorientiert" bezeichnet).
Tatsache. Ich hab die "Dreiecke", die du zu den Ähnlichkeitssätzen erwähnt hast, im Überfliegen zum Dreisatz gemacht. Mist

Dass es eine solch hohe Durchfallquote gäbe kann sein. Gerade in Physik kann ich aber sagen, dass wir einiges mehr an Stoff durchgemacht hatten, als mein Cousin, der 10 Jahre vor mir in BaWü sein Abi gemacht hatte.
Wenn man die Schwerpunkte mehr auf Methodenkompetenz legen würde, käme im Endeffekt zwangsläufig weniger Fachwissen dabei rum, dafür aber (zumindest in der Theorie) die Fähigkeit, sich neues Wissen schneller zu anzueignen. Von daher ist der Vergleich von reinem, fachspezifischen Wissen nach dem Abi auch nicht alleine aussagekräftig, sondern müsste mit der Geschwindigkeit des Lernfortschrittes während dem Studium ergänzt werden.
Meiner Meinung nach wird aber genau das nicht gemacht. Sondern es wird einfach mehr Stoff in die gleiche Zeit bis zum Abi gepackt, was schon auf der Schule zu diesem Bulimielernen führt. Das würde (so denn die These stimmt) auch erklären, dass die Studienanfänger deine Abi-Aufgaben nicht schaffen würden. Es fehlt schlicht die Zeit, an wirklichem Verständniss zu arbeiten, was ja gerade in Mathe und Physik für ein langfristiges lernen essenziell wichtig ist. Zusätzlich dazu, und da hast du völlig recht, wird noch künstlich versucht die Abitur-Quote hochzuziehen.

Ich persönlich habe zumindest sehr davon profitiert, dass ich mir zwischen Abi und Studienbeginn Lernmethoden angeeignet habe - eben solche Methodenkompetenz. Den Master in Physik habe ich dann neben einem Vollzeit-Job relativ locker mitgenommen. Nicht mit einer sehr guten Abschlussnote, aber dafür mit geringem Aufwand.