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Alt 17.07.2018, 11:23
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Fußball WM 2018 Russland

Zitat:
Zitat von Trillian Beitrag anzeigen
Ich glaube, dass die Finanzkraft eines Landes auch ein Nachteil sein kann. Wem es gut geht, hat es weniger nötig, sich im Sport den Arsch aufzureißen. Fußball ist eine Möglichkeit, um dem Türkenghetto oder in Frankreich, den Banlieues zu entkommen.

Die große Frage und der mögliche Unterschied ist doch, ob in Deutschland überhaupt die Bestrebung besteht aus dem "Türkenghetto" raus zu wollen.

Wer mal nach Paris gefahren ist, der hat die Baracken und Blocks rund um den Pariser Autobahnring schon gesehen. Wer mal in einem Unternehmen dort war sieht die Hierarchie.

Gute Jobs fast ausschließlich Weiße, darunter Nirdafrikaner und am unteren Ende die Schwarzen. Fast jede Firma wird dort von Sicherheitsfirmen bewacht, oft massiv bewaffnet.

In Deutschland ist es (noch) bei weitem nicht so extrem. Obwohl sie in Bildung und Integration mit Abstand das Schlusslicht bilden geht es vielen Türken hier ausgesprochen gut.

Der Wohnraum ist billig, man hält zusammen und macht viel selbst und hat in der Regel auch Jobs mit halbwegs ordentlichem Verdienst.

Das Finanzielle ist hier weit weniger das Problem als die innere Einstellung zu Deutschland.

Bei den Franzosen ist es eher umgekehrt, wobei die soziale Absicherung dort auch gegeben ist.


Ich denke vielmehr, dass das Problem in Deutschland die Gleichmacherei ist. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen.

Wenn jemand etwas aussergewöhnlichen gut kann wird er hier eher eingebremst. Klüngelei und "auf Linie sein" zählt oft mehr als der Wille zum Erfolg.

Das war mal anders. In den 80ern und 90ern war unser System eigentlich sehr liberal und durchlässig.

Man sieht es doch auch schon beim Tischtennis.

Wer sich mal Nominierungen anschaut, der sieht seit Jahren, dass gewisse Lieblinge immer bevorzugt werden. Das ist irgendwie die deutsche Mentalität. Dazu tut man sich mit dem eigenen Nachwuchs immer schwer.

Wer geht denn, egal in welcher Sportart, mal ins Risiko?

Tendenziell beobachte ich auch oft, dass man, zumindest im Fußball, am falschen Ende spart oder gierig auf die Ablöse ist.

Wenn man schaut, was der FC Schalke oder Wolfsburg und mit Abstrichen auch der BVB für Mannschaften haben könnten, wenn man finanziell was draufgelegt hätte.

Dass es sich auszahlt zeigt doch Bayern. Um 2008 rum fing man an die Spieler nicht mehr zu verkaufen und die Gehälter international anzupassen. Man hat den Umsatz von etwa 200 auf demnächst 700 Mio. steigern können.

Leverkusen Anfang der 2000er, danach Wolfsburg, Schalke und auch Dortmund, wo ich den Hauptgrund für den Zwist mit Tuchel darin sehe, dass man ihm seine Truppe von Jahr zu Jahr auseianderriss, hatten alle Möglichkeiten.

Wo stehen Sie jetzt?


Man feiert ja schon Transfers von in der Masse Spielern, die sich in den anderen Topligen nicht durchsetzen konnten.

Ich kann aber auch die Spieler verstehen. Leistung wird hierzulande ja immer etwas anrüchig wahrgenommen. Mittelmaß ist gesellschaftliches akzeptiert, Spitze gesellschaftlich kaum erwünscht.
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