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Alt 14.08.2018, 20:15
Tony_Iommi Tony_Iommi ist offline
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AW: Was ich erklären möchte...

Zitat:
Zitat von Abwehrtitan Beitrag anzeigen
Dieter, wen meinst du denn damit ? Mal Roß und Reiter bitte ? Kein Rumgeeiere ....
Wolfgang, meine Aussage war sehr allgemein. Ich habe diesbezueglich keine Namensliste von bestimmten Personen. Ausserdem war das keine Urteilsbekundung, sondern eine Beobachtung. Ich kenne niemanden hier persoenlich, ergo steht mir kein Urteil zu.

Ich glaube, der Grund meiner offengestandenen Konfusion liegt in der Tatsache, dass es sich hier mehrheitlich um Idealisten handelt, mit festem Weltbild und Wertevorstellung (mein Gott, Deutsch ist anstrengend...)....

...und das ist meiner Natur zuwider. Ich bin Pragmatiker, ich tue mich mit Dichotomien sehr schwer. Ich koennte mich nie einer Parteil oder bestimmten Gruppe zuordnen. Ausserdem lerne ich staendig dazu und stelle dabei fest, dass ich in der Vergangenheit einfach falsch lag. Oder, vielleicht hat sich die Ausgangssituation veraendert und mein Denken/Empfinden MUSS ich dann konsequenterweise anpassen.

Hier ein Beispiel aus dem Alltag. Ich bin CCO bei einem medical device manufacturer. In dieser Disziplin habe ich viel mit Gesetzesinterpretierung und Policy (keine Ahnung, wie das zu Uebersetzen ist - vielleicht: 'Richtlinien/Bestimmungen') zu tun. So, was kommt nun zuerst? Die Policy oder der Grund fuer selbige? Ich argumentiere, es ist Letzteres. So, wenn sich nun also der Grund (oder eben die Ausgangsbedingung) zu einem spaeteren Zeitpunkt veraendert, dann sollte man doch konsequenter-weise auch die Policy entsprechend anpassen, oder nicht? Nun, den Idealisten faellt sowas unglaublich schwer. Denn es ist halt viel einfacher, sich an Festgesetztem bedingslos zu orientieren und kategorisch alles andere als Schwachsinn zu deklarieren. Diese Dynamik sieht man in Religionen, in der Politik, in der Familie und auch auf tt-news.

Der Hauptunterschied zwischen mir, einem Pragmatiker und Idealisten liegt in der Tatumsetzung. 'Never sacrifice 'The Good' for 'The Perfect' ist mein Motto, ich bin durchaus bereit, Kompromisse einzugehen auf Kosten meiner 'Ideale', wenn es eine Gesamtverbesserung der Situation resultiert. Sicher nicht um jeden Preiss - und Ausnahmen mag es ueberall geben - , aber wenn ich wenn man mich vor die Wahl stellt, mich zwischen einer 'moeglichen' Optimalloesung und einem weniger guten, aber garantiert funktierendem Weg zu entscheiden, dann tue ich praktisch immer Letzteres. Andere reiten lieber auf ihren Prinzipien herum, streiten, argumentieren, drohen, was weiss ich was.

In meiner Familie sind fast alle eingefleischte Demokraten. Ich bin, wie erwaehnt, vollkommen unabhaengig von irgendwelchen Parteiprogrammen. Momentan haben aber alle nur ein Ziel und das ist das Ende der Trump'schen Herrschaft. Meine Familiemitglieder, Idealisten, tragen ihre Abneigung offen zur Schau und verteidigen selbige mit der gleichen Vehemenz, die auch oft hier im Forum auch anzufinden ist. Man ist durchaus bereit, auf die Strasse zu gehen und sich mit irgendwelchen right-wing protesters - manchmal im wahrsten Sinne des Wortes - rumzuschlagen. Ich bewundere das. Ganz ohne Sarkasmus. Allerdings halte ich diese Vorgehensweise fuer entsetzlich ineffizient. Ich bediene mich da anderer, subversiverer (?) Methoden, auf die ich hier allerdings nicht eingehen kann.

Also, um auf deine Frage zurueckzukommen, klar, manchmal lese ich einen eurer Streithammel - Threads durch und denke mir, Meschenskinder der "So-and-So" schiesst mal wieder deutlich uebers Ziel, aber ich kann das nicht an einer oder mehreren bestimmten Personen festmachen - es ist vielmehr das Gesamtbild.

Ich hoffe, das Obige macht Sinn. Oh, noch ein kleiner Nachschub zum meinem vorangegangen Beitrag - was mich ebenfalls fasziniert, sind die oft hier anzufindenden persoenliche Angriffe, die dann am Satzende mit einem lachenden Smiley verziert werden. Ich mag keine Konfrontation, mir ist das zuwider. Ich gestehe das unumwunden ein - allerdings wehre ich mich gegen die 'Ross und Reiter' Analogie. Ihr schreit euch hier pausenlos an mit den (laecherlichsten Drohungen und peinlichem Kampfgebaren) und am Satzende kommt dann der Grinse-Smiley. Elegant, denn dann kann man sich immer hinterher schoen rausreden, gell?

Das, Wolfgang, findest du bei mir nicht. Und ich verspreche Dir, sollte mir eine bestimmte Person (oder mehrere) derart auf den Zeiger gehen, dann wuerde ich die Sache ueber eine Privatnachricht (versuchen zu) klaeren - meistens aber ziehe ich mich dann in solchen Situationen ganz zurueck......ahhhhh, da isser wieder, der Nicht-Idealist! Bitte nicht als Arroganz verstehen, das liegt mir fern: aber ich habe offengestanden Besseres zu tun. So einfach ist das.

Was haelst Du von meinem Geschreibsel oben? Ist mein Standpunkt nachvollziehbar?

Gruss

Dieter
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