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Alt 17.08.2018, 13:39
pibach pibach ist offline
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AW: Sunny side up - Klimaerwärmung oder doch nicht?

Zitat:
Zitat von Snape Beitrag anzeigen
Dass sich das Klima zufällig gleichzeitig mit Beginn der Industrialisierung so deutlich ändert, klingt für mich nicht im geringsten glaubwürdig.
Beginn der Industrialisierung mit massivem CO2 Ausstoß => Deutliche Klimaänderung
Und nicht anders herum.
Schau Dir mal die Temperaturkurven und die CO2 Kurven an. Es ist eben mitnichten so, dass die Temperaturen mit der Industrialisierung bzw. dem massiven CO2 Ausstoß ansteigen, sondern die steigen schon seit Ende der kleinen Eiszeit an (ab ca. 1850). Ebenso die Gletscher und der Meeresspiegelanstieg. Zudem gibt es in den Datenreihen kleinere Schwankungen. Die korrelieren recht gut mit ozeanischen Zirkulationen und Sonnenzyklen. Das lässt sich auch in den paläoklimatologischen Zeitreihen nachweisen. Der gegenwärtige Anstieg ordnet sich da völlig unauffällig ein. Ein Einfluss von CO2 ist in den Datenreihen dagegen nicht erkennbar. Und zwar in keiner der Größenordnungen, also weder im letzten Jahrhundert, noch bezogen auf das Holozän noch auf das Pleistozän. Nirgendwo ist ein Einfluss von CO2 ablesbar.

Wenn man sich nun fragt, worauf sich die Treibhausthese überhaupt stützt, dann sind das vor allem die "Hockeystick-Kurven" von Marcott und von Mann. Die entstehen aber ganz einfach dadurch, dass die Sedimentproxys verwenden, die gar nicht die zeitliche Auflösung haben. Und Ereignisse wie die römische- oder die mittelalterliche Warmzeit oder die kleine Eiszeit entsprechend nicht abbilden können. Dann sieht das natürlich so aus, als ob im Holozän die globalen Temperaturen recht konstant waren. Das lässt sich aber daraus nicht ableiten.

Stattdessen deuten Eisbohrkerndaten mit höherer zeitlicher Auflösung darauf hin, dass auch im Holozän das Klima stark schwankte. Siehe z.B. die oben genannte Misox-Schwankung. Auch in der dem Holozän vorausgegangenen Warmzeit, dem Eem, scheint das Klima ähnlichen Schwankungen unterlegen zu haben, s.o. Eem-Klimaschwankungen.

Die Treibhausthese steht und fällt also damit, ob man die gegenwärtige Erwärmung "natürlichen" Schwankungen zutraut, oder nicht. Das ist aber eben sehr dünn als Fundament.

Geändert von pibach (17.08.2018 um 14:10 Uhr)
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