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Zitat von Jaskula
@Armendariz
Glaubst Du nicht, dass gerade die angesprochenen Minderheiten eine ganze Menge in relativ kurzer Zeit erreicht haben?
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Viel erreichen ist immer relativ, wenn man vom Boden der Gesellschaft (KZs und Illegalität des homosexuellen Geschlechtsverkehrs) kommt.
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Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass die Mehrheit, die das möglich gemacht hat und es auch größtenteils problemlos lebt dann irgendwann nicht mehr bereit ist, sich noch mehr und noch mehr mit diesen Themen zu beschäftigen?
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Also reicht es genau dann, wenn du keinen Bock mehr auf Veränderung hast?
Ich kann deinen Ärger irgendwie nachvollziehen. In deinem Leben gab es viele Veränderungen. Inklusive 40mm, Plastikball, GLN-Verbot etc.

Es ist irgendwo normal, dass Menschen durch Veränderung gestresst werden.
Aber warum sollte jetzt dein Stress über der Gleichberechtigung stehen? Bis heute haben homosexuelle Jugendliche eine weit höhere Suizidrate als heterosexuelle.
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Lesbische und schwule Jugendliche haben eine vier- bis siebenmal höhere Suizidrate
Das Suizidrisiko von Lesben und Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren ist vier- bis siebenmal höher, als das von Jugendlichen im Allgemeinen. Deutlich ansteigend ist das Suizidrisiko, je jünger die Jugendlichen bei ihrem Coming Out sind.
Laut der Studie des Berliner Senats „Sie liebt sie. Er liebt ihn.“ haben sechs von zehn Befragten schon einmal daran gedacht, ihrem Leben ein Ende zu setzen, die Mädchen etwas häufiger als die Jungen. 18% haben bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich. Die Erfahrung zeigt, dass das Risiko eines späteren Suizides mit der Anzahl vorausgegangener Suizidversuche steigt.
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Wie viel bisher für die Schwulen und Lesben erreicht wurde, ist dem depressiven 17-Jährigen, der von seinen Eltern wegen seiner Neigung verstoßen wird (kenne persönlich solche Fälle) ziemlich egal.
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Ich möchte mit dem Queer-Kram nicht behelligt werden, denn ich lasse die ja auch in Ruhe. Ich möchte nicht irgendwann vor einer endlos langen reihe von Toiletten stehen und nicht mehr wissen, welcher Gruppe ich denn nun angehöre.
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Da ist kein Problem. Du wirst immer auf die selbe Toilette gehen können.
Meine Meinung zu dem Thema ist sowieso, dass Gendertoiletten sehr günstig zu haben sind. Man entfernt einfach die Männlein und Weiblein von der Tür und fertig.
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Und vor allem diese Gender-Scheiße kotzt mich an.
Früher gab es Schüler - heute gibt es Schüler*innen. Damit löst man doch kein Gleichberechtigungsproblem, damit schafft man Verständigungsprobleme. Ich bin keine Mitarbeiterin ob mit oder ohne Stern - ich fühle mich als Mitarbeiter dann mindestens genauso benachteiligt wie früher die Frauen - was soll so ein Käse ?
Aber klar, es gibt ja sonst nix Wichtiges.
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Scheinbar scheint es dir so wichtig zu sein, dass du dich aufregst darüber.
Ich frage nochmal:
Was ist an dem Genderstern komplizierter als die Groß-Klein-Schreibung?
Antwort:
Er ist neu eingeführt und du bist ihn nicht gewohnt.
Und lustig ist ja, dass du genau so argumentierst, wie die Genderaktivisten.
Du fühlst dich nicht wohl, wenn du mit Sternchen angeschrieben wirst, also willst du es nicht haben.
(Selber schreiben musst du's eh nicht).
Oder noch ein Beispiel:
Kommt der Adel und sagt "In den letzten 300 Jahren hat sich für den Pöbel so viel verbessert, jetzt ist auch wieder gut. Die Sozialpolitik muss endlich mal ein Ende haben".
Gehst du da mit?
Und ein letzter Punkt noch:
Es nervt wahnsinnig, wenn jemand bei jedem Thema seine Meinung als "Mehrheitsmeinung" darstellen will.
Erstens sind wir nicht mehr im Mittelalter, wo man jede rothaarige Frau verbrannt hat, wenn der Pöbel laut genug geschrieen hat, sondern in einer repräsentativen Demokratie, einem Rechtsstaat.
Zweitens wird da die Deutungshoheit über eine Gruppe in Anspruch genommen, die man schlicht nicht hat. Noch schlimmer, wenn man über Minderheiten polemisiert, das Konstrukt "Muslime" existiert vielleicht in so manchem Kopf als Einheit, aber wer mal ernsthaft mit Muslimen verschiedener Strömungen geredet hat, merkt, dass das so nicht funktioniert.
Drittens muss man heute bei vielen Dingen einfach einsehen, dass die Welt komplizierter wird. Wenn man zu irgendetwas eine starke Meinung hat, ist das ja schön und gut. Aber ich will und kann ja auch nicht durchsetzen, dass wir wieder mit Rechenrahmen rechnen, weil ich die moderne Technik nicht verstehe.