Zitat:
Zitat von tite-nordmann88
Das sehe ich komplett anders. Wir haben in Deutschland ein echtes Trainerproblem. Es gibt auf allen Ebenen kaum qualifiziertes Personal und die Bereitschaft sich wirklich fortbilden zu wollen ist so gut wie nicht vorhanden.
Uns läuft beim Nachwuchs die Basis weg, weil das Training in den Vereinen in der Regel voll an dem vorbei geht, was für Kinder/Jugendliche adäquat ist. Ich wüsste nicht wohin ich meinen Sohn schicken sollte, wenn er den spielen wollen würde. Solange Trainer nicht 30,-€ - 40,-€ pro Stunde verdienen können, kann man natürlich auch nichts erwarten. Das ist klar.
Im Jugend – Leistungssport sind wir im europäischen Mittelmaß angekommen, wofür natürlich die handelnden Trainer verantwortlich sind. Wer denn sonst?
Bei den Aktiven wird es noch ein paar Jahre ganz gut gehen, und dann wird sich die Arbeit der letzten Jahre auch dort widerspiegeln.
Es gibt über diese Probleme gar keine wirkliche Diskussion, das ist das größte Problem. Man steuert also gar nicht wirklich dagegen. Stattdessen wird über die digitalisieren, die Schule usw. gejammert. Was soll das denn bringen? Das sind einfach nur Ausreden, nicht einmal vernünftige Erklärungen. Lächerlich.
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Ich finde die Diskussion im Gesamten sehr interessant. Ich würde mich auch jenen anschließen, die Digitalisierung im Sinne eines Mehrwerts betrachten, was die Möglichkeit betrifft sich persönlich fortzubilden. Auf der anderen Seite sehe ich eine zunehmende Entsozialisierung. In gewissem Maße brauch der Mensch einen Mensch vor sich, oder auch zum Beispiel die Natur.
Die Relevanz besteht für mich darin, dass ich an mir selber merke, dass, wenn ich raste dann auch roste.....
Allerdings scheint mir die Digitalisierung ein unausweichliches Entwicklungsmoment zu sein, die nur schwerlich in Frage gestellt werden kann. Die Frage ist, wie man sie nutzt. Ich kriege es vielleicht nicht mit aber ich frage mich schon ab und an, warum die Jugendlichen/Kinder nicht während des Trainings über gewisse Inhalte sprechen.
Mein Vorschlag ginge in die Richtung, dass vorhandene Datensätze genutzt werden und zusätzliche erarbeitet werden. Es würde mich interessieren, wie die Tischtennislandschaft kartographiert werden kann.
Im Prinzip wäre es doch interessant zu wissen, welcher Kreis/Bezirk/Verein hat wie viele Kinder/Jugendliche.
Hinzu kämen die Standorte von Kindergärten und Grundschulen, um die Anlaufpunkte zu kennen.
Auf Grundlage der Ergebnisse könnte man so vielleicht Konzepte entwickeln.
Aus meiner persönlichen Erfahrung kenne ich das Gefühl der Undankbarkeit gegenüber dem eigenen Einsatz sehr gut. Meistens manifestierte dieser sich aus dem Umstand, dass noch nicht einmal eine Würdigung des persönlichen Einsatzes stattgefunden hat. Ich finde nicht, dass man daraus ein Geheimnis machen muss. Allerdings glaube ich auch, dass darin ein Problem liegen kann:
Irgendwann weiß man, warum man was tut, sodass man zu diesem Zeitpunkt dann auch weiß, dass man nur tun sollte, was einem persönlich etwas gibt. Auf diese Weise wird man unabhängig von der Bestätigung anderer und konzentriert sich zielgerichteter auf die eigene Zufriedenheit. Ich meine sagen zu können, dass zu der Zeit, als Menschen noch genug Zeit und Geld zugleich hatten, Sie auch die seelischen Voraussetzungen hatten, auch mal etwas einfach nur zum Wohle anderer zu tun. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Das gibt es auch jetzt noch. Jedoch abklingender.
Ich persönlich würde mich auch gerne als Trainer einbringen. Wovon aber soll ich leben? Ich will keine gesellschaftspolitische Debatte lostreten. Jedoch ist es nur wenigen vergönnt finanziell ein halbwegs erfolgreiches Leben zu haben, auf Grundlage eines Trainerjobs.
Ich persönlich würde auch nicht wissen, wie man sich solche Möglichkeiten erarbeitet. Glauben tue ich aber, dass es Menschen gibt, die die Möglichkeiten hätten, unseren Sport so zu unterstützen, dass er Menschen die Möglichkeit gibt, sich von ihrer Tätigkeit zu ernähren.
An diese Menschen zu kommen und sie zu überzeugen, Ihnen zu zeigen, dass ihr Einsatz Erfolg hat, der nicht nur finanzieller Natur ist, wäre für mich ein Hoffnungsschimmer. Aber vielleicht bin ich da auch nur ein Romantiker...…………..