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Alt 18.09.2018, 22:02
tripplem tripplem ist offline
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tripplem gab in der Vergangenheit leider sehr oft Anlass zur Kritik (Renommeepunkte mindestens -40)
AW: Fußball und die darauf extrem fokussierten Medien zerstören alle anderen Sportart

Ich würde nicht die gleichen Entwicklungen für den Tischtennissport wollen, wie es im Fußball der Fall ist (im Übrigen: deswegen muss man den Fußball nicht verantwortlich machen).
Das Thema Medien ist ein recht Schwieriges. Ab und an frage ich mich, was bringt uns das Interesse ein und wie werden dann die Profiteure handeln?
Was wir bereits jetzt in der Bundesliga haben ist ein Rekordmeister, der jetzt zum xten Mal nacheinander verdient Deutscher Meister geworden ist.
Und wer kassiert ab...…….!?!
Und nichtsdestotrotz nutzen die Akteure weitere Möglichkeiten um Geld zu machen. Und warum? Weil es in vielen Fällen zum "Erfolg" führt. So sieht es eben aus ;-)
Wir sind nicht besser als "der Fußball". Wir agieren nur auf einem anderen Niveau und sind neidisch, auf das, was Vater Fußball hat. Das ist nur all zu menschlich.

Es stellt sich mir mehr die Frage, wie will ich den Sport haben? Und da bin ich recht glücklich, wenn ich auf Gegner treffe, die tatsächlich gegen mich spielen, Freude daran haben und man hinterher sogar noch etwas trinken gehen kann.
Nicht, dass das in höheren Ligen nicht auch der Fall wäre.

Wenn wir uns also Gedanken um die Gestaltung des Sports machen, dann sollten wir nach meiner Ansicht vom Fußball und seinen Begleitumständen lernen. Angenommen der Sport erreicht mehr Öffentlichkeit, was passiert dann mit dem Sport? Der bereits vorhandene Leistungsunterschied zwischen erster und zweiter Liga scheint mir der Fall zu sein. Ebenso was pekuniäre Tatsachen betrifft. Was soll mir das sagen?
Da befürchte ich eher, dass, wenn es so weiter geht, oder Tischtennis mehr mediale Präsenz erreicht, oder sogar eine enorme Menge Kapital in den Sport reinfließt,
dass es am Ende nicht anders geschieht, als es im Fußball geschehen ist.

Ich bin kein Systemkritiker. Ich glaube aber, dass wir vorsichtig mit dem sein müssen, was wir uns wünschen und warum wir es uns wünschen.
Wird es durch mehr mediale Präsenz für uns besser, weil dann Sponsoren ihre Portemonnaie´s öffnen? Und wer kassiert? Höchst wahrscheinlich einzelne Vereine mit Erfolg und der entsprechenden Wahrnehmung.
Und dann irgendwann verkommt der Sport zu einem interessengelagerten Geschäft.
Da bin ich eher der Auffassung, dass ein Großteil der Massen einem Gruppenzwang unterliegt. Gucke euch doch an, was wir teilweise in Stadien vorfinden...…
Haben wir das in Tischtennishallen?

Mich persönlich würde es freuen, wenn wir auf den Boden der Tatsachen bleiben. Den Sport zu ändern um mediales Interesse zu erzwingen hat keinen Sinn. Entweder kommt es oder eben nicht!

So sieht es auch aus mit der Entwicklung unseres Sports: Es sind die jungen Menschen, die ihre Inhalte in den sozialen Medien etc. teilen. Die machen das freiwillig. Das hat auch keiner vorher gewusst. Und nunmehr bemerken wir nach und nach, dass wir uns ordentlich Tipps holen können, wenn wir denn besser werden möchten.

Ich bitte euch mich nicht falsch zu verstehen: Der Text klingt nicht schön, ist teilweise sehr subjektiv geschrieben und ich bin nicht der beste Mahner. Ich wollte nur in diesem Fall meine Sichtweise einmal einbringen, weil ich mich schwer tun würde, den Sport sich so entwickeln zu sehen, wie sich der Fußball entwickelt hat. Mir persönlich wäre eher an einer Entwicklung von unten nach oben gelegen. Ich glaube eine verschworene Basis ist um einiges stärker und nachhaltiger und hat eben einfach mehr Charakter, als mediale Präsenz und finanzielle Stärke. Da habe ich lieber 10000 halbwegs gut bezahlte Tischtennistrainer, die sich und ihre Familie ernähren können, als einen Christiano Ronaldo, der sich darüber bei der Stadt Turin beschwert, die Straße sei mangelhaft beschaffen und somit käme die Unversehrtheit seines Autos in Betracht.

Geändert von tripplem (18.09.2018 um 22:07 Uhr)
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