|
AW: Tischtennis und Emotionen - Kuckuckskind oder Steigbügelhalter?
Erst mal zur wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Motivation und dem Thema Emotionen:
Ich würde erst mal die beiden Begriffe gegeneinander abgrenzen und auch die Frage erörtern, ob man Emotionen als Teilbereich der Motivation ansehen kann. Ich hätte da ein wenig bedenken. Motivation ist mehr die rationale Entscheidung (Beim Tischtennis: ich trainiere, damit ich besser werde oder aber ich will im Training nur spielen). Emotion ist die Gefühlswelt die stark durch die Ausschüttung von Hormonen beeinflusst wird und mit der man dann entsprechend umgehen muss (Beim Tischtennis: Stresssituation - Es steht 10:10 und jetzt kommt es auf jeden Ball an. Der Körper setzt Adrenalin frei, damit ich Höchstleistung erzielen kann. Führt das jetzt zum Eisenarm oder zu besonders guter Leistung).
Ich kenne viele TT Spieler bei denen Motivation und die Leistungsfähigkeit durch Emotionen gegensätzlich gerichtet ist. Der eine Spieler zeigt im Training wenig Engagement, im Verbandsspiel - unter Druck - wächst er aber über sich hinaus. Der andere Spieler ist Trainingsweltmeister und beim Verbandsspiel scheitert er an seinen Nerven (Emotion Angst).
Jetzt zum Thema Emotionen:
Die kann man wohl in jeder Sportart bei den einzelnen Sportlern als eher leistungssteigernd oder eher leistungshemmend erkennen. Ein John McEnroe oder ein Boris Becker spielten dann immer besondern gut, wenn sie laut und aufbrausend wurden und ständige Gefühlsausbrüche (z.B. die Becker-Faust) zeigten. Bei Serena Williams konnte man bei den jüngsten US Open sehen, wie sie durch Emotionen komplett aus dem Spiel kam.
Wer keine Emotionen zeigt kann deswegen trotzdem welche besitzen. Björn Borg - der Eis-Borg - war ein Vertreter dieses Typs. Dadurch dass er sich sehr diszipliniert unter Kontrolle hielt, hat der den einen oder anderen Gegner zur Weißglut getrieben.
Beim Tischtennis habe ich glaube ich mal bei henrypijames gelesen, dass das "noch-vorne-pushen" in China explizit trainiert wird. Es wird bewusst eingesetzt wenn es mal nicht läuft. Man kennt das auch von Kiai - dem Kampfschrei bei Kampfsportarten.
__________________
YouTube Videos sind im Besitz der ultimativen Wahrheit, denn sie werden ohne Zwangsgebühren bereitgestellt.
|