Oh weh, ihr habt Probleme...
Geht lieber mal trainieren statt mathematische Berechnungen von Niederlagen auszurechnen.
Am Ende zählt immer das Ergebnis. Eine 0:4 oder 1:4 Niederlage ist sehr deutlich, egal wie knapp die Sätze waren. Eine 2:4 Niederlage ist klar, denn der Gegner hat doppelt so viele Sätze gewonnen und wenn die Sätze knapp waren, dann hat der Gegner die entscheidenden Punkte gemacht, die viel wichtiger sind als ob man einen der gewonnenen Sätze 11:5 oder 11:6 gewinnt. Eine 3:4 Niederlage ist knapp, egal ob es über alle sieben Sätze ausgeglichen war oder ob man 3:0 führte und danach völlig eingebrochen ist und vier Sätze lang einen Einlauf bekommen hat (in dem Fall stand man nämlich bei der 3:0 Führung knapp vor dem Sieg). Kann doch nicht so schwierig sein.
Und egal welche äußeren oder persönlichen Umstände es gibt, das interessiert nicht, denn jeder der für eine EM nominiert wurde, muss in Topform und absolut konkurrenzfähig, denn sonst hätte man diese Person daheim gelassen.
Die DTTB-Spieler/innen bekommen von mir für ihr Abschneiden bei der EM diese Punkte:
Boll 1
Franziska 2
Duda 2
Walther 3
Dima 4
Filus 1-2
Trainerteam Herren 2-
Mittelham 2
Han 2
Lang 2-3
Solja 3
Winter 3
Trainerteam Damen 2-3
Die Leistung der Trainer kann man nicht messen und von außen nur schwer beurteilen. Deshalb habe ich einfach die Durchschnittsnote ihrer Spieler vergeben, was ich als fair empfinde.
Bzgl. der politischen Diskussion: Ich hätte es auch schöner empfunden, wenn bei den Damen nicht eine Chinesin gewonnen hätte. Aber sie hat den polnischen Pass und das muss man akzeptieren. Viele andere Länder in Europa haben ja auch Chinesinnen im Team, wie Deutschland mit Han Ying und Shan Xiaona, Österreich mit Liu Jia, England mit Ho Tin-Tin, Spanien mit Xiao Maria und Zhang Xuan, Luxemburg mit Ni Xia Lian, Portugal mit Shao Jieni und Yu Fu, Niederlande mit Lie Jie, Schweden mit Li Fen oder eben Polen mit Li Qian.
Den Spielerinnen kann man hier keinen Vorwurf machen, die suchen ihren Vorteil in Europa, wie jamaikanische Sprinter oder afrikanische Ausdauerläufer, die auch Exportgut sind. Oder mal die Handballnationalmannschaft von Qatar anschauen.
Das ist eher ein generelles Problem, über das sich die Verbände Gedanken machen müssen. Aber so lange das über Politik und geltendes Recht abgedeckt ist, gibt es hier keine Handhabe.
Ich freue mich deshalb immer, wenn die rumänische Damennationalmannschaft als Team gewinnt. Ich würde mich aber auch freuen wenn Solja, Winter und Mittelham für Deutschland den Teamtitel holen.
Zugegebermaßen konnte ich mich nicht über den Titelgewinn in Schwechat 2013 freuen, als Han Ying, Shan Xiano, Zhenqi Barthel und Wu Jiaduo den Titel gewannen (ich glaube im Finale spielte nur eine gebürtige deutsche Spielerin) und dann auf der Trainerbank mit Jie Schöpp und Wan Guohui noch zwei Chinesen saßen. Da konnte ich mich ehrlich gesagt nicht identifizieren, das war einfach too much. Aber gegen die Beteiligten habe ich nichts und sie haben das Recht da mitzuspielen, auch wenn die Signalwirkung, die Botschaft und Außenwirkung sicherlich verheerend waren und vom DTTB in Form von Dirk Schimmelpfennig Jahre vorher selber angeprangert wurde, als vom damaligen DTTB-Sportchef damals die Niederlande mit Li Jie und Li Jiao kritisiert wurden, die mehrmals Europameister wurden. Bitter, dass wenige Jahre später der DTTB dasselbe machte. Aber Recht ist Recht, so ist das einfach. Moral ist eine andere Sache.