Ok, Wolle will psychologische Hintergründe wissen. Bitte:
Auch Fleiß/Motivation ist sowohl von äußeren als auch von inneren Faktoren abhängig. Wenn ich z.B. mit einer verminderten Aufmerksamkeitsfähigkeit geboren bin, dann kann ich viel wollen, aber selten länger als 15min ein Buch in die Hand nehmen.
Studien haben z.B. gezeigt, dass je nach frühkindlichen Erfahrungen bestimmte Motive (u.a. Leistungs-, Macht- und Anschlussmotiv) stärker oder schwächer ausgeprägt sind.
Und auch der vielgelobte Fleiß ist eben auch ne Kombination aus "Glück" (Umfeld, Genetik) und Volition/Motivation (Zielsetzung und situationsabhängiger Wille, Wiederstände zu überwinden).
Persönlich finde ich, dass man den Anteil Glück so weit wie möglich reduzieren sollte, wenn es darum geht, aus der Armut zu kommen. Das heißt z.B., direkt nach der Diagnose von Lernschwierigkeiten verschiedener Art kostenlose Trainings und Programme zu bieten. Gleichzeitig sollten besonders intelligente Kinder viel mehr Wahlmöglichkeiten in der Schule haben, damit sie nicht durch Langeweile in bestimmten Fächern zurückgehalten werden. Da gibt es z.B. die Möglichkeit, in jahrgangsübergreifenden Klassen Unterricht auf verschiedenen Niveaustufen anzubieten.
Dafür braucht es aber deutlich mehr Lehrer, als jetzt gerade z.B. in Bayern eingestellt werden. Gleichzeitig fehlen in manchen Fächern die Absolventen. Das liegt aus meiner Sicht an einem absolut rückständigen Hochschulsystem, in dem Praxisbezug größtenteils fürs Referendariat aufgehoben wird, entgegen aller didaktischen und pädagogischen Prinzipien, die einem im Studium eingetrichtert werden