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Zitat von Tukan
Leider bei der Auslosung unrealistisch...
Im Viertelfinale spielt Samsonov heute um 19:00 Uhr gegen Fan Zhendong.
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Das ist schade. Ich denke Fan Zhendong ist wirklich der einzige Spieler der im Feld ist, gegen den Samsonov nicht (mehr) gewinnen kann. Selbst gegen Lin Gaoyuan hätte ich Samsonov Chancen eingeräumt.
Wo ist eigentlich Turboblock, der immer von Oldtimern und Dinosauriern spricht? Oder täusche ich mich da?
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Zitat von Tukan
Und selbst bei einem Sieg hätte er noch keine Medaille sicher, denn im Halbfinale träfe er dann normalerweise mit Lin Gaoyuan auf den nächsten Chinesen. Und dann ist es beim World Cup auch noch so, dass es ein Spiel um Platz 3 gibt, so dass Vladi das nächste Spiel und dann nochmal eines gewinnen müsste.
Aber egal, schon jetzt war Vladimir Samsonovs Leistung mit fast 43 Jahren wieder mal sensationell. Siege gegen Hugo Calderano, Emmanuel Lebesson und Wong Chun Ting.
Ich denke nicht, dass Timo Boll in 6 Jahren und Dimitrij Ovtcharov in 13 Jahren noch solche Leistungen bringen könnten.
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Da hast du wohl Recht. Ovtcharov muss sowieso erst einmal zeigen, dass er mit Mitte 30, also im Bereich von 34 bis 36 Jahren, noch diese Leistungen bringen kann, die ein Waldner, Boll und Samsonov zeigten.
Aber auch Boll muss erst noch zeigen, ob er in sechs Jahren im Alter von 43 Jahren immer noch diese Stärke hat, die Samsonov jetzt noch hat. Ich denke nicht.
Und viele vergessen oder waren damals noch zu jung es mitzubekommen: Vladimir Samsonov duellierte sich schon in den 90-er Jahren mit Chinas großer Generation um Kong Linghui, Wang Tao, Ma Wenge, Ding Song und Liu Guoliang, der nächsten chinesischen Top-Generation mit Wang Liqin, Ma Lin, Tan Ruiwu und Liu Guozheng, anderen asiatischen Topstars wie Kim Taek Soo, Yoo Nam Kyu, Chiang Peng-Lung, Koji Matsushita, Oh Sang Eun oder Ryu Seung Min und Europas stärkster Generation aller Zeiten (Waldner, Persson, Appelgren, Lindh, Karlsson, Primorac, Korbel, Gatien, Chila, Legout, Eloi, Kreanga, den Mazunov-Brüdern, Grubba, Keen, Heister, Saive, Blaszczyk, Roßkopf, Schlager, ...) - einer Zeit in der fast jedes Land aus Europa mindestens einen Topstar hatte - und Vladimir Samsonov war 1996 Nr. 3 der Weltrangliste, 1997 Nr. 1 der WRL, 1998 Nr. 2, 1999 Nr. 1, 2000 Nr. 7 und 2001 wieder Nr. 2 der Weltrangliste. In dieser Phase als Weltranglistenerste wurde Vladimir Samsonov auch 1997 Vize-Weltmeister im Herren-Einzel. Mehrfacher Europameister wurde er ja auch und es ist faszinierend, dass er 2018 im Alter von fast 43 Jahren immer noch die Weltspitze in den Wahnsinn treibt.
Das was Vladimir Samsonov in den 1990-er und Anfang der 2000-er Jahre geleistet hat, obwohl es damals die größte und stärkste Konkurrenzsituation überhaupt im Welt-Tischtennis gab, ist für sich alleine schon krass. Niemand kann behaupten, die chinesischen Topspieler der damaligen Zeit insbesondere um Kong Linghui, Liu Guoliang, Wang Liqin und Ma Lin wären geringer einzuschätzen als die neue goldene Generation um Ma Long, Fan Zhendong, Zhang Jike und Xu Xin. Und auch die sonstigen Spieler aus Asien rund um die starken Asiaten insbesondere aus Korea (und damit meine ich nicht nur Olympiasieger Ryu Seung Min) war heftig. Aber vor allem das was damals in Europa an Konkurrenz da war, mit Spielern wie Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren und all den oben genannten zu ihrer Topzeit, das kann man mit der insgesamt relativen schwachen aktuellen Situation in Europa gar nicht vergleichen.
Spieler wie Ionescu, Robles oder Habesohn wären damals zum Frühstück vernascht worden. Von der heutigen Generation könnten da fast nur Boll und Ovtcharov dauerhaft mit der alten Generation mitspielen. Alle anderen Spieler wären wohl nur eine Momentaufnahme.
Damals war die Leistungsdichte ähnlich hoch wie in der heutigen Zeit, nur auf einem wesentlich höheren Niveau. Es gab nicht dutzende Mittelklassespieler, sondern dutzende Weltklassespieler.
Wenn man nur die Saison 1997/1998 betrachtet, dann war Vladimir Samsonov damals Nr. 1 der Weltrangliste, Vize-Weltmeister im Herren-Einzel, Europameister im Einzel und Doppel, ITTF Grand Final Sieger und Europe TOP12 Sieger.
Jetzt haben wir die Saison 2018/2019, also über 20 Jahre später und Vladimir Samsonov spielt immer noch mit der halben Weltspitze Katz und Maus.
Sicherlich finden jetzt die Turboblocks dieser Welt wieder irgendwo ein Haar in der Suppe und versuchen warum auch immer diese Weltkarriere irgendwie zu relativieren und wollen an irgendwelchen Details aufzeigen, warum aus ihrer Sicht Vladimir Samsonov nicht einer der größten Tischtennisspieler aller Zeiten ist. Aber für alle anderen, habe ich diese Huldigung an einen ebenfalls der fairsten und angesehensten Sportler überhaupt, sehr gerne geschrieben.
Ich hoffe, dass Vladi heute Abend auch noch die Körner hat, Fan Zhendong (der für viele seit einiger Zeit der stärkste Spieler der Welt ist), wenigstens ein bisschen zu ärgern.