Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
Ist doch klar, oder ?
Es geht um die Kaufkraft eines Euros im Zeitablauf, was konnte ich mir (unabhängig wer, also aus welcher Schicht) vor 20 Jahren kaufen für einen EUro (also z.B. wieviel Kartoffeln), und wieviel kann ich mir heute für einen Euro kaufen. Wenn man übrigens 100.000 to. Kartoffeln kaufen will musste man früher viel Geld mitbringen, das hat sich nicht geändert, es kann eben nicht jeder 100.000 to. Kartoffeln kaufen, das hat aber ja mit der Kaufkraft nix zu tun.
@Noppenzar, klar, aber hier ging es um Miete, nicht um andere Komponenten des Warenkorbes. Und nochmal, bei den Mieten stimmt das ím Durchschnitt.
@young cowboy
In München konnte ein Student auch vor 20 Jahren eine Wohnung nur bezahlen wenn das der Papa bestritt. Ansonsten ist der Studi entweder auf den Strich gegangen, oder frühs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, oder er hat zu fünft auf 40 m² gelebt, mit Klo auffm Gang, und alle haben neben dem Studium irgendwas nebenher verdient.
Rein politisch ein interessanter Tag heute, Mutti hat die Schanuze voll. Ist ihr seit einiger Zeit anzusehen, verstehe ich auch, ist gut so, Platz machen für was Neues, das Neue allerdings besorgt mich grad etwas. Ich sehe nur den Merz der das Zeug hätte. Na ja vllt. bringt er das mit der Steuererkläung auf einem Bierdeckel noch zu Ende, wäre wünschenswert, jedes Jahr der Steuerirrsinn geht mir zunehmend auf den Geist.
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Bei den Mieten stimmt das für weite Teile Deutschlands natürlich. Auch für Immobilienpreise. Auch bei uns bekommst du, je nach Lage, lange nicht die Miete, die zur Zeit in München erzielt wird.
Ich gehe auch davon aus, dass, sobald die Zinsen mal wieder steigen, in den Großstädten die Blase platzen wird. Bei 1% Zinsen kann ein Investor auch eine Wohnung für 500K erwerben und sie dann für 2.000 Euro vermieten. Da macht er zur Zeit sogar noch gut Gewinn in den Großstädten. Historisch gesehen hatten wir so eine Situation aber schonmal, ich habe nachrecherchiert, in den frühen 80ern. Da gab es eine Zeit, wo Ärzte durch ihre Berater massiv Immobilien gekauft hatten und dann massiv in Probleme gerieten als die Zinsbindung auslief und sie viel teurer weiterfinanzieren mussten.
Für mich grenzt das schon an Zockerei, was da in München, Köln oder Düsseldorf zur Zeit gebaut und verkauft wird.
Bei Kaufpreisen von 500k und mehr machen 2% Zinssteigerung schon über 1.000 Euro Mehrbelastung im Monat aus. Das Verhältnis Kaltmiete-Kaufpreis ist viel zu hoch.
Bis zu 1:15 ist das ja noch eine kalkulierbare Geschichte, aber in den Metropolen liegen wir mittlerweile weit darüber.
Mit viel EK kann das ein Investor vielleicht stemmen, aber nicht mit den heute üblichen, eigentlich völlig verantwortungslosen, 1%Tilgung Finanzierungen.
Mit fünf vermieten ETW in einer Mittelstadt, die du für 100-150 Tsd je Einheit kaufst und vermietest liegst du mMn. auf Sicht besser als mit einer ETW in München für 600.000.
Ein Problem sind aber tatsächlich Vonovia und Konsorten. Der Staat hat ohne Not hunderttausende Wohnungen aus der , gemeinnützigen, Hand gegeben und so in den Großstädten die Situation verschärft. Man versucht natürlich die Miete hochzuschrauben. Die Wohnungen waren ja in der Regel extrem günstig. Die Gesetzeslücke mit der Wärmedämmung spielt den Gesellschaften da natürlich auf Jahre in die Hände. Auch wenn die Kosten lange refinanziert sind bleibt sie Mieterhöhung "stehen".
Zu den Studiwohnungen:
Das ist ja auch nichts Neues. Ich kann mich erinnern, dass ein Kumpel in den 90ern schon 800 DM in Köln für ein 30qm Zimmer mit Bad und Küche (mini) in Uninähe bezahlt hat. Ohne Nebenerwerb oder reichen Papa haben die meisten Studenten immer schon in WGs oder im Studentenwohnheim gelebt oder, wie in unserem Bereich, sind die 40 oder 50 KM nach Dortmund oder Bochum gependelt mit Studententicket oder sparsamem Auto.
Ein Problem sehe ich hier hauptsächlich im Bachelor und Mastersystem, die eine Nebentätigkeit schwieriger machen als das alte Diplom. Bei den Wohnkosten für Studis hat sich aber nicht viel verändert.