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Alt 06.11.2018, 10:47
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AW: Tensoren für Kreisklasse?

Hallo Hillegosser,

Zitat:
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Ich finde die Frage schon blödsinnig.
In unserer 1. KK sind 4 Spieler mit über 1600 und sehr viele mit weit über 1500 Punkten unterwegs.
Denen zu suggerieren, sie sollen doch lieber mit einem Klassiker spielen, ist schon putzig.
Davon ab muss ich immer wieder schmunzeln, wenn so getan wird, als ob ein Tensor den Topspin quasi alleine spielt. Meist kommt die Aussage von Verfechtern der Klassiker.
Wenn man an Kreisklasse denkt, dann meint man ja nicht die paar Spieler, die weit, sehr weit über dem Durchschnitt sind. Der Durchschnitt liegt irgendwo zwischen 1250 und 1300 Punkten. Bei uns in der obersten Kreisklasse (und danach kommen noch 2 Klassen auf Bezirksebene) haben die schlechten Spieler in der Regel >1400 Punkte. Die Top-Spieler bewegen sich wie bei Dir weit jenseits der 1500 Punkte, auch über 1600 sind ein paar. Die meint aber doch niemand, wenn wir uns über den Kreisklasse-Spieler unterhalten.

Und nein, ein Tensor spielt den Topspin nicht von alleine. Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich bei den Tensoren (Barracuda, S3, M3) deutlich leichter einen gefährlichen Topspin spielen konnte. Und auch mit geringerem Kraftaufwand und aus einer schlechteren Position heraus.

Zitat:
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Zum Glück hat sich Tischtennis in den letzten 20 Jahren auch gewandelt. Natürlich gibt es noch die Duelle in den unteren Regionen, in denen man sich gegenseitig tot schupft. Allerdings kommt man mit dieser Spielweise selten über eben diese Regionen hinaus.
Als ich vor 30 Jahren mit Tischtennis angefangen habe, war es fast unmöglich jemanden zu finden, der einem überhaupt einen Topspin zeigen konnte.
Heute wird und man mag mich gerne korrigieren, bei Anfängern mit dem Topspin begonnen. Dann ist es auch logisch, das dazu passende Material zu spielen. Dass ein Belag, der auf offensives Spiel ausgelegt ist und dieses unterstützt im passiven Spiel Schwächen hat, ist logisch. Wenn das passive Spiel aber weniger Bedeutung hat, ist es dennoch die richtige Wahl.
Das alles hier erinnert mich an die Tipps die ich nach Wechsel in den Herrenbereich bekommen habe: "Du musst mitschupfen!" "Ball im Spiel halten!" Zum Glück habe ich mich irgendwann davon gelöst.
Das ist richtig, die Leute spielen viel häufiger Topspin. Hat zum Einen mit dem Wandel im Jugendtraining zu tun, zum Anderen aber sicher auch mit dem verfügbaren Material. Gerade weil es mit dem größeren Ball und den FKE- Belägen leichter wurde, das zu tun.

Zitat:
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Jetzt ist es auch nicht so, dass ein Tensor/FKE Belag sich immer wie ein frisch geklebter Belag spielt. Das kommt entweder über die Werbeprosa oder oft von Spielern, die nie selbst geklebt haben. Mit wie vielen Schichten ist bspw. der Hexer Duro vergleichbar 1/8 Schicht?
Aber es ist schon so, dass diese Beläge in Sachen Katapult alles in den Schatten stellen, was man von den Klassikern ungeklebt so gewohnt war. Einfach wegen der Schwamm-Technologie. Den Bedarf, sowas zu entwickeln, hatte man früher gar nicht. Da hat jeder seinen Klassiker gekauft und den dann individuell geklebt, um die Eigenschaften auf sich abzustimmen. Da war dann auch gar nicht so der Bedarf da für diese wahnsinnige Belagvielfalt, weil eben diese Vielfalt durch das Kleben selbst erreicht werden konnte.

Zitat:
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Es sind neu Entwicklungen und sie werden gerne als FKE Belege verkauft. Aber während ich einem Schülern keinen frisch geklebten Belag in die Hand drücken würde, hätte ich keine Probleme damit, jemandem frühzeitig bspw. einen Hexer Duro in die Hand zu drücken.

Nicht missverstehen: Klassiker haben ihre Daseinsberechtigung. Nämlich dann wenn das Spielsystem dazu passt. Spielsystem - nicht Spielklasse.
Ja, Hexer Duro ist ja auch okay. Aber wenn die dann mit einem Rasanter, etc. dastehen, wird es schwierig... Ich würde auch empfehlen, dass ein Kind mit einem Anfänger-FKE-Belag lernt. Weil es mMn wichtig ist, von Grund auf zu verstehen, bei welchen Schlägen so ein Katapulteffekt in welcher Stärke zum Tragen kommt.

Ich bin z.B. so eine Art spinorientierter Allrounder. Selbstverständlich gäbe es für mich gute Tensoren. Nichts spräche gegen die Hexer-Serie oder die P-Serie (hätte ja auch von P1 auf P2 oder P3 gehen können, um mehr Bogen zu bekommen. Dann vielleicht noch einen dünneren Schwamm, um den ohnehin moderaten Katapult noch etwas zu reduzieren). Wahrscheinlich gehe ich mit der VH auch wieder in diese Richtung. P2 in 1.8 oder den Vega Intro. Ich habe aber mit linearen Belägen gelernt. Meine Technik ist darauf abgestimmt, weil ich TT in den 80ern gelernt habe. Und ich trainiere zu wenig, um mich während der laufenden Saison auf die Nicht-Linearität eines Tensors einzustellen.

Zitat:
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Weil keiner, der mit der Materie etwas länger zu tun hat, diese Werte zu sehr auf die Waagschale legt? Das letzte Mal habe ich glaube ich mit 13 gesagt: "Geil meiner hat Tempo 101 und deiner nur 96!"
Weil Klassiker ewig auf dem Markt sind und eher unter Auslaufmodell fallen?
Das zählt für mich nicht als Ausrede. Eine seriöse Produktpflege beinhaltet auch eine Neubewertung einzelner Artikel innerhalb des eigenen Portfolios, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Dass die das alle nicht machen, zeigt schon, wie Du schreibst, dass die das eher als "Auslaufmodell" ohne Enddatum sehen. Aber es kaufen noch viele Spieler die Klassiker. Und es sind auch immer noch die selben Klassiker, wie früher, die oft gekauft werden. Mich würde ja schon interessieren, wie hoch der Anteil der Klassiker z.B. bei Donic ist im Absatz (nicht Umsatz, weil die Marge bei den neuen High-Tech-Belägen deutlich höher sein dürfte). Und es gibt sehr viele, die mit der Materie eben nicht so vertraut sind und sich im Katalog an diesen Werten orientieren. Logischer Weise klingen die Werte von z.B. einem Coppa dann irgendwie extrem unattraktiv, obwohl der ja zumindest bzgl. Kontrolle einen höheren Wert haben sollte, als so mancher Tensor.
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