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Alt 26.11.2018, 00:46
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Armendariz Armendariz ist offline
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Armendariz ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Vermeiden von Ausrastern und Aggressionskontrolle

Sehr gute Tipps von Fastest!

Auch ein gängiges Mittel ist ein Stopp-Wort.
Also ein Wort, bei dem er lernt, seine Emotionen aktiv zu steuern.
Die Pause kann er verdeutlichen, indem er dann seinen Schläger bewusst ablegt, einen Schritt zur Seite geht und kurz die Augen zumacht, während er zu sich selbst "STOPP" sagt (innerlich).

Am Anfang übt man das dann in den einfacheren Situationen (Training wurde von dir angesprochen), später dann in Situationen, in denen die Selbstkontrolle schwieriger ist. Am Anfang kann das Wort von außen kommen, später von ihm selbst, und noch später äußert er es nur innerlich.

Das Ganze funktioniert sozusagen wie ein "Notaus-Knopf", bei dem die Spirale "Ärger - Konzentrationsverlust - Negativerlebnis - Ärger..." unterbrochen wird.
Im Idealfall sollte parallel der Aufbau von Konzentration und Fokus geübt werden.


Ach ja, ein ganz anderer Ansatz wäre, zumindest im Training, Doppel oder beim Coaching gar nicht mehr auf sein Theater zu reagieren. Möglicherweise versucht der Spieler dadurch unbewusst, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten und bekommt dadurch einen Emotions"kick" (die Reizschwelle im Jugendalter steigt entgegen der landläufigen Meinung, wodurch oft aktiv Wege gesucht werden, sie durch immer "krassere" Situationen zu überschreiten).

Auch als Strafe gemeinte Reaktionen können diesen Kick geben.
Wenn gar keine Reaktion kommt, gibt es auch keinen Kick. Das kann zwar kurzfristig zu einer Steigerung des Ausrastens führen, mittelfristig macht das Verhalten dann aber keinen Sinn mehr und wird "gelöscht".
Das sollte aber vorher auch kommuniziert werden, damit der Spieler nicht den Eindruck bekommt, dass man sich von ihm persönlich abgrenzt.

So oder so bessert sich so ein Verhalten langfristig meistens von alleine (eigene Erfahrung!), da es als ineffektiv wahrgenommen wird. Aber das kann seine Zeit dauern, besonders wenn die unterschwelligen Ziele (Mitleid, Zuwendung) immer wieder erreicht werden.
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Du hoschd Rächd un I han mei Ruh
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