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Alt 05.12.2018, 16:18
Noppenzar Noppenzar ist offline
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Zitat:
Zitat von Armendariz Beitrag anzeigen
Einerseits ja.
Andererseits geht es uns in Deutschland da um Welten besser als in vielen anderen Ländern (uuups, das passt ja gar nicht zu der linken Ecke, in die manche mich hier stecken wollen ).

Klar ist Hartz IV oder andere Grundsicherungen nicht schön. Besonders wenn man schon mal auf einem anderen Niveau gelebt hat. Stichwort Eigenheim, das verkauft werden muss.
Aber man kann als Einzelperson auch mit Grundsicherung ein relativ lockeres, wenn auch sehr sparsames Leben führen. Ich muss es wissen

In 75% der Länder auf der Welt hätte ich mir den Luxus eines Studiums wohl nie leisten können.
Und wenn ich in Somalia, Niger oder Belize geboren wäre, hätte ich wahrscheinlich meinen 10. Geburtstag nicht erlebt.
Ich denke, dass das auch fast Alle in Deutschland so sehen.

Der Kritikpunkt ist doch eher die Gerechtigkeit.

Ich zahle als Unternehmer etwa 50% Steuern. Wäre ich freiwillig versichert kämen nochmal über 2.000 Euro monatlich SV dazu bis zum Erreichen der BBG.

Internationale Konzerne suchen sich aber Steueroasen, mit den Niederlanden oder Irland sogar in der EU.

Jemand der 30 Jahre einbezahlt hat und dann bei Opel rausfliegt bekommt nach kurzer Zeit dasselbe wie ein Asylant odee jemand der noch nie einbezahlt hat.

Wer 40 Jahre einzahlt hat tausende Euro in die Pflegeversicherung bezahlt. Mit Zinseszins privat angelegt könnte er davon einen persönlichen Pfleger bezahlen. Das Geld wird aber über Pflegekonzerne abgegriffen und die Leute auf ein Taschengeld degradiert.

Dann betriebseigene Leiharbeitsfirmen und Billiglohn illiglohn, der auch für Mitbewerber am Markt problematisch ist, da man als vernünftiges Unternehmen mit ordentlicher Behandlung seiner Mitarbeiter einen Wettbewerbsnachteil hat.

Dazu das Europroblem. Es fehlt 30% Kaufkraft, verglichen mit dem Lebensstandard zum Ende der DM. Am Kurs Franken-Euro kann man das ablesen. Exportweltmeister waren wir im Übrigen schon in den 70ern und danach ist die DM mehrfach massiv aufgewertet worden. Trotzdem sind wir es geblieben. Selbst wenn unsere Autos 20% teurer im Export wären würden die Konzerne kein Auto weniger verkaufen.

Dann EU subventionierte Jobverlagerung nach Rumänien, Polen etc.

Überall hat die Bevölkerung das Gefühl ungerecht behandelt zu werden.

Natürlich kann sich der Kluge dem System anpassen. Dividenden sind binnen 10 Jahren fast inflationär gestiegen, so dass man auf günstige Kaufkurse auch schonmal 20% Zinsen (Dividende) auf seine Aktien bekommt. Auch wer rechtzeitig in vermietetes Eigentum investiert hat kann die Miete deutlich über der Inflation erhöhen, bekommt das Geld für die Investition aber zu Sparpreis.

Auch in den Punkten Kriminalität und Strafen fühlen sich viele Menschen leicht veräppelt.

Geld ist ja da, Steuereinnahmen auf Rekordniveau, die Sozialkassen sitzen auf Milliarden.

Da liegt das wahre Problem hierzulande.

Jahrelange Klientelpolitik von allen Seiten hat nur dazu geführt, dass viel Geld irgendwo versickert. Tafelsilber würde privatisiert, die Kontrolle aus der Hand gegeben.

Wie will der Staat die Mieten klein halten?
Früher hatten ÖR Gesellschaften Millionen Wohnungen und könnten so den örtlichen Mietspiegel unten halten. Hat man alles verkauft und jetzt wundert man sich, dass die Firmen Geld verdienen wollen.