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Zitat von tsb
Das ist in meinen Augen (unter gewissen Annahmen) einfach ein stochastischer Fakt. Je kürzer der Satz ist, umso kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Favorit (also die Person, die im Schnitt mehr als 50% der Ballwechsel gewinnt) auch tatsächlich den Satz und das Spiel gewinnt.
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Unter vereinfachten Annahmen, die du wahrscheinlich annimmst, ist das falsch. Die Varianz wird höher, aber die Wahrscheinlichkeit bleibt gleich.
Jetzt zu den tatsächlichen Annahmen: Da hast du tatsächlich recht, wobei du es wahrscheinlich anders betrachtet hast. Ich habe dazu einen interessanten
Artikel gefunden. Dort wurde eine Formel für die Gewinnwahrscheinlichkeit eines Tennisspiels (4 Gewinnpunkte pro Spiel) hergeleitet. Interessant vor allem deshalb, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit eines Spiels überproportional zur Gewinnwahrscheinlichkeit eines Punktes ist. Ein Beispiel im Artikel lautete z.B.:
Zitat:
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If the probability of a player winning each point moves up to 60 per cent, then the probability of winning each game jumps to over 73 per cent.
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Ich vermute, dass dieser Effekt beim Tischtennis durch die längeren Sätze signifikant höher ist.
Eine Verkürzung des Satzes würde daher das Spiel für den Favoriten zumindest nicht in eine andere Richtung kippen.
Auch abseits von den ganzen Details: Selbst wenn der vermeintlich Schwächere öfter zum Satzgewinn kommt, müssen nun mehr Sätze gewonnen werden. Und das gleicht sich am Ende schon alles aus. Nur wird der Schwächere durch Punktgewinne zumindest öfter in Form von Satzgewinnen belohnt.