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Alt 29.01.2019, 13:52
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Armendariz Armendariz ist offline
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Zitat:
Zitat von Snape Beitrag anzeigen
Sicherlich nicht. Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Wir kennen das nun mal aber. Und wenn man "den Leuten" etwas wegnehmen möchte, was sie liebgewonnen haben, nur weil ein paar wenige damit nicht angemessen umgehen, sind sie zu Recht sauer.
Jetzt bist du ja wieder bei jimih. Alle Waffen legalisieren - nur weil ein paar damit nicht umgehen können, heißt das nicht, dass man die für alle verbieten muss

Heroin, Polenböller und Wasserstoffperoxid in Zukunft am Kiosk verkaufen lassen. Alkohol am Steuer - völlig egal, denn man kann ja langsamer fahren. Der Großteil der Betrunkenen ist sich eh bewusst, dass man nach dem Trinken das Auto besser stehen lässt.

Stoppschilder kann man sich auch sparen, denn verantwortungsvolle Menschen bremsen eh an schwer einsehbaren Kreuzungen?

Im Tischtennis darf ich den Ball nicht verdecken beim Aufschlag, darf nicht in den Ballwechsel reinrufen und auch nicht in Satz 2 meinen behandelten Noppenschläger auspacken.

Unser Leben ist voll von Verboten, die durchaus sinnvoll sind. Manche erschließen sich auf den ersten Blick, andere erst, wenn man mal verstanden hat, wie es von einigen ausgenutzt würde, wenn es das Verbot nicht gäbe. Und wieder andere Verbote sind noch abstrakter - warum darf ich nochmal nicht nackt in der Stadt rumlaufen? Tut ja niemandem weh

Kurz: es ist immer eine Abwägungsfrage. Der Alltag der Menschen richtet sich üblicherweise nach bestehenden Regeln und Verboten, die aber alle irgendwann mal eingeführt wurden. Wenn man aber auf der Basis neuer Erkenntnisse neue Regeln oder Verbote einführen will, ist das prinzipiell erstmal nichts schlechtes, sondern im Einzelfall zu diskutieren. Und dieses Verständnis fehlt mir bei vielen Mitmenschen, da ist wohl zu viel "Denken über den Tellerrand" notwendig.

Und ich möchte zuletzt noch hinzufügen, dass Verbote oft nur das letzte Mittel sind.

Gerade bei Produkten, die man so kaufen kann, hilft oft eine gewisse Deklarationspflicht bis hin zur Sensibilisierung für Konsequenzen (Schockbilder auf Kippen).

Nur wenn man gerade bei der Deklaration von vorne bis hinten von den Herstellern verarscht wird (Emissionen, Verbrauch auf 100km, Zucker in Nahrungsmitteln) oder Gefahren und Nebeneffekte intransparent sind, da der Verbraucher nicht alles wissen kann (Plastikexporte nach China und Malaysia; Wie schädlich ist eigentlich Alkohol?; Wie viele Liter Wasser braucht es, bis die Avocado gereift ist?; Was ist eigentlich alles in meinem Hackfleisch/Brot/Kosmetikartikel drin?)... dann macht es Sinn, Verbote auszusprechen.
Und die alltägliche Informationsquelle ist eben der Verkäufer, der keinerlei Interesse daran hat, dass der Kunde auch die negativen Seiten seines Produkts im Kopf hat, wenn er es kauft.
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Du hoschd Rächd un I han mei Ruh

Geändert von Armendariz (29.01.2019 um 14:03 Uhr)