Zitat:
Zitat von BlindesHuhn
Auch wenns mich irgendwie erschreckt:
Ich stimme Dir bzw. Deinem Beitrag komplett (!) zu. Na gut, bis auf obige Streichung/Ergänzung meinerseits  . Diese Dinge sind nicht exklusiv auf dem Mist der EU gewachsen.
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Es gibt einem entscheidenden Punkt, der von allen deutschen Politikern beim Thema EU verschwiegen wird:
Man redet von Angleichung der Verhältnisse. Was man aber tatsächlich meint ist ein Anstieg in anderen Ländern und ein Absinken hier.
Das Geld für gut bezahlte Arbeit und Soziales ist ja in Deutschland vorhanden. Die Steuereinnahmen haben sich seit 2005 nahezu verdoppelt, Gewinne der Großkonzerne teilweise noch besser entwickelt. Verlustmeldungen gibt es dort sogut wie gar nicht mehr, man spricht zwar immer von "Gewinnwarnung", was sich immer anhört, als ob Verlust gemacht wurde, aber Fakt ist, dass man dort nur völlig überzogene Ziele nicht erreicht hat.
Dazu hat der Staat seit der Nullzinsphase Einsparungen im 2stelligen Milliardenbereich.
Der Aufbau Ost ist auch fast abgeschlossen. Da gibt es auch keinen negativen Saldo.
WO BLEIBT ALSO DAS GELD!?
In der Politik werden Polen und Ungarn immer wieder kritisiert. Polen bleibt beim Zloty, nimmt keine Muslime und entwickelt sich prächtig. Die Löhne steigen massiv, in Breslau gibt es auf dem Weihnachtsmarkt keine Sperren und Poller.
Wenn man, so wie Deutschland, alles auf und frei macht, dann muss man auch für einen Schutz des Systems sorgen.
Ein Türke, der in den 70erm kam würde auf der Zeche genauso bezahlt wie jeder andere, der diesen Job angenommen hätte.
Heute gibt es "Konstruktionen" die dem eigentlichen Sinn der EU oder besser gesagt der ehemaligen "EG" völlig entgegenstehen.
Auch mit einem totalitären Regime wie China kann man nicht konkurrieren. Die halten den Renminbi ebenfalls künstlich niedrig und subventionieren solange, bis die Konkurrenz platt ist. Siehe Stahl oder Solar.
Auch muss man in Deutschland mal von der irrigen Meinung weg, dass wir über den Preis konkurrenzfähig seien.
Deutschland war immer Exportweltmeister. Auch zu Zeiten der DM, wo dieselben Bedenken aus der Industrie kamen und trotz mehrfacher massiver Aufwertungen der DM ein Exportrekord nach dem anderen erzielt wurde. Sogar als mehrheitlich noch in Deutschland produziert wurde.
Wir, die Schweiz und andere starke Staaten verkaufen unsere Produkte über Qualität.
Man müsste EU weit auch die Abgabenquoten und Steuersätze anpassen. Deutschland hat mittlerweile die höchste Quote in Europa.
Auch hier sind Großkapital und Großkonzerne auch wieder über Jahre bevorteilt worden. Dass ausgerechnet die SPD die Körperschaftsteuer massiv abgesekt hätte ist aber auch wieder eine "Causa Irland" gewesen. Schon in den 90ern hatre jeder größere Mittelständler dort eine Steuersparfilliale.
Bei der Ust bedienen sich die Großkonzerne nur zu gerne bei den Vorteilen der "innergemeinschaftlichen Lieferung ".
Amazon/Luxemburg hier nur als Stichwort.
Ich bin nicht gegen Europa, aber hier ist ein Konstrukt geschaffen worden, egal ob steuerrechtlich, migrationsrechtlich oder, mit dem Euro auch währungstechnisch, was einen "Markt" erzeugt, der Deutschland massiv benachteiligt.
Ja, wir erzielen dadurch eine Rekordmarge für Großkonzerne bei Exporten. Aber kommt das Geld auch im System des Staates und bei den Menschen an?
Ich denke, dass es oft nicht der Fall ist. Die Gewinne kommen nicht entsprechend bei den Menschen an.
Auch hier abschließend noch mal zwei meiner Lieblingsbeispiele:
In den 70ern haben Lkw-Fahrer oder Stahlarbeiter etwa 2.000 DM Netto verdient. Progression in der Steuer und Abgaben waren niedriger als heute, der Lohn im Verhältnis zur Produktivität höher.
Diese Arbeiter müssten heute mindestens 4.000-6.000 Euro Netto verdienen, wenn sie mit dem Gehalt mit der Produktivität mitgewachsen wären. Bis in die 80er gab es massivste Lohnsteigerungen, irgendwann ebbte dies aber ab. Etwa parallel zur Öffnung der Märkte gen Osten würde es immer weniger.
Es fing in den 90ern langsam an mit dem subventionieren Gang nach Ostdeutschland (z. B. Brandt Zwieback), dann in Richtung Polen/Ungarn/Tschechien und seit etwa 2002/2003 hat man mit Rumänien, Bulgarien und China die Büchse der Pandora soweit geöffnet, dass das kaum noch zu korrigieren ist.