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Zitat von Javaguru
Na dann erzähl mir doch bitte, was sich für Dich konkret im Spielbetrieb ändert, wenn heraus kommen sollte, dass
- der Schiedsrichter tatsächlich nach dem Handtuch gefragt hat.
- der Schiedsrichter nicht nach dem Handtuch gefragt hat.
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Es ist doch komplett egal, was vorgefallen ist! Es geht um Aussitzen versus Aufklären. Beim Aussitzen untergräbt der Verband langfristig seine Autorität und das wird sich irgendwann auch für mich im Spielbetrieb auswirken. Regeln werden noch weniger befolgt, Nachwuchsspieler haben noch weniger Lust, Vereine machen zu und der ganze Sport leidet darunter. Natürlich ist der Fall nur ein winziges Mosaiksteinchen, aber liest man im Forum fleißig mit, gibt es vieler solcher Steinchen. Die meisten betreffen nur untere Ligen; hier aber geht's um die Bundesliga und deshalb hat das für mich einen besonderen Stellenwert. Wenn hier nicht aufgeklärt wird, wie soll ich dann erwarten, dass bei anderen Vorfällen ordentlich verfahren wird?
Ums konkreter zu machen: Wie erkläre ich unserem Nachwuchsspieler, der hin und wieder in der Herrenmannschaft aushilft, warum er sich anstrengen soll, den Ball immer mindestens 16cm hochzuwerfen, wenn 80% seiner Herren-Gegner im Spiel keinen einzigen korrekten Aufschlag machen? Wie erkläre ich ihm, Respekt vorm Schiedsrichter zu haben, wenn ein Nationalspieler ohne Konsequenzen behaupten darf, ein Schiri hätte seine korrekten Aufschläge absichtlich abgezählt? Oder wenn umgekehrt ein Schiri absichtlich korrekte Aufschläge abzählen darf, ohne dass das Konsequenzen hat?
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Zitat von mithardemb
Du scheinst es immer noch nicht verstanden zu haben. Das Handtuch-Gate ist die Umschreibung für einen Skandal. Den gibt es bisher nicht. Wenn man jetzt das ganze offiziell und öffentlich macht, dann schafft man diesen Skandal erst. Jeder der nur ein ganz wenig Ahnung von Öffentlichkeitsarbeit hat, würde das als einen ausgemachten Schwachsinn bezeichnen.
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Doch, ich hab's schon verstanden: Für dich ist es erst ein Skandal, wenn zu viele davon wissen. Solange der Skandal nur den Wahnsinnigen hier im Forum bekannt ist, ist es kein Skandal, weil er nicht öffentlich genug ist. (BTW: Offiziell ist er durch die Anmerkung in Click-TT bereits, dazu muss er nicht mehr gemacht werden.)
Übrigens ist das die Art wie die katholische Kirche jahrzehntelang mit ihren Skandalen umgegangen ist. Nicht der Missbrauch war dort der Skandal, sondern erst die öffentliche Debatte darüber. Ich finde, das funktioniert heute nicht mehr besonders gut. (Diese Analogie bezieht sich nur auf den vorgeschlagenen Umgang mit einem Problem. Natürlich vergleiche ich nicht das, was immer hier vorgefallen ist, mit sexuellem Missbrauch!)
Und wo wir von Öffentlichkeitsarbeit reden: Das schlimmste, was man laut einschlägiger Experten machen kann, ist der Versuch etwas zu vertuschen. Erst dann wird aus einem Vergehen eines Einzelnen – oder aus einem simplen Missverständnis – ein Problem für die gesamte Organisation.