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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Darum geht es doch meistens gar nicht. Der Grund, dass es überhaupt Länder mit starrer Grenze gibt, ist, dass Menschen am einfachsten in Schubladen denken. Schubladen haben dann ein Label, völlig unabhängig davon, wie komplex der Inhalt ist.
Wenn du 2014 in Taka-Tuka-Land gelebt hast, dann dachtest du sehr wahrscheinlich an Deutschland als a) eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt, bekannt für Qualität und Korrektheit, und vielleicht noch b) Angela Merkel als unnahbare Leaderin in der EU, die Wirtschaft über alles stellt (von Forbes mehrmals in Folge als "mächtigste Frau der Welt" gelistet).
Beide Klischees wurden 2015 in der internationalen Wahrnehmung erschüttert. Ob ersteres jetzt positiv oder negativ ist, da gab es sehr verschiedene Meinungen - die meisten sahen es wohl prinzipiell positiv, da zu dem Zeitpunkt klar war: Entweder unterstützen andere Länder Italien und Griechenland mit dem Flüchtlingsansturm, oder beide Länder brechen wirtschaftlich, moralisch und organisatorisch zusammen. Bilder von Aylan Kurdi gingen um die Welt, er hatte u.a. Familie in Kanada, die danach besonders in der transatlantischen Medienwelt viel interviewt wurde. Halt menschliche Gesichter als Gegenbild zu der "Welle" oder dem "Tsunami", den Bildern, die zeitgleich von den europäischen Populisten kreiert wurden.
Der Turning Point kam dann erst wieder durch das Bataclan November 2015. Ab da waren die Rechtspopulisten sehr erfolgreich mit der Taktik, Djihadismus mit Islam und Flüchtlingen allgemein in einen Topf zu werfen. Da hatte die AfD dann auch ihre Hochs in den Ländern, Trump war auf einmal Präsidentschaftskandidat und Fake News an der Tagesordnung.
Und parallel dazu fiel das internationale Image der deutschen Autobauer mit der Entdeckung der illegalen Abschalteinrichtungen ins Bodenlose. Anklage in den USA, Diskussion um Luftschutzwerte und Dobrindt als Anwalt der deutschen Automobilindustrie.
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Du hoschd Rächd un I han mei Ruh
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