Einzelnen Beitrag anzeigen
  #41816  
Alt 11.03.2019, 14:58
Noppenzar Noppenzar ist offline
registrierter Besucher
Foren-Urgestein - Master of discussion **
 
Registriert seit: 08.04.2008
Alter: 49
Beiträge: 8.312
Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von vossi39 Beitrag anzeigen
Da hast Du jetzt aber gleich Schwarz/Weiß daraus gemacht. Alles was Du machst kostet am Ende eine Ressource (Zeit, Geld, Energie etc), deshalb musst Du priorisieren und fragen, wo diese Ressource am effizientesten eingesetzt wird. Da bin ich halt der Meinung, dass man die Überwindung von Geschlechterstereotypen, in der Pubertät am effizientesten erreichen kann. Das muss und soll Dinge die früher passieren deswegen nicht ausschließen oder abwerten.

Den Rest hast Du sehr gut dargestellt. Und ich schreibe es jetzt mal der Ungeduld der Jugend zu, dass Du zurecht bemängelst das hier zu wenig Bewusstseinswandel stattfindet. Da bin ich entspannter und denke mir, dass wir in 20-30 Jahren auch darüber anders denken werden.
Wenn man sich anschaut über wieviele Generationen wir die Stereotypen jetzt gepflegt haben (und dabei ja nicht erfolglos waren), dann ist die Erwartung das jetzt innerhalb von 2 Generationen zu verändern schon sehr sportlich. Da ist das Trägheitsmoment zu groß...

P.S. Was Du beschreibst, hat ja auch viel mit Selbstreflexion zu tun und auch das hat keiner von uns (> 40) in der Schule gelernt. Wer sich das später nicht im Berufsleben oder anderweitig erarbeitet hat, der rennt halt noch etwas blinder durch die schöne neue Welt. Die besten Stilblüten kann man dann in Foren bewundern....
Aber auch in 20 Jahren wirst du keine Kinder bekommen. Es,sei denn der Wissenschaft gelingt ein Quantensprung.

Auch andere, rudimentäre, Eigenschaften des Menschen werden auch in Zukunft noch so sein wie heute.

Ich beobachte, neben dem ganzen öffentlichen Geschwurbel, eher eine Rückentwicklung.

Im Laufe der alten BRD (West) hat sich ein Wandel in der Gesellschaft vollzogen, auch weil es den Menschen in den 60ern bis 90ern sehr sehr gut ging.

Frauenrechte, Schwulenrechte, gute Ausbildung für beide Geschlechter, das gibt es doch schon längst.

Was aber passiert bei sinkendem Lebensstandard oder bei Einflußnahme durch Zuwanderung?

Wenn die Annahme stimmt, dass man in 30 Jahren jemandem ein Wertebild vermitteln kann, ist dann nicht vielmehr damit gemeint, dass dies nur für eine gebildete, säkulare Bevölkerungsschicht zutrifft?

Was ist mit Teilen der Bevölkerung, die sich gar nicht integrieren wollen?

Was passiert, wenn das Land innerhalb dieses Zeitraums tatsächlich mal in eine lange Rezession rutscht?

Solche "Wohlfühlthemen" beschäftigen doch hauptsächlich immer eine grüne Mittelschicht, die wenig arbeitet und dafür gut bezahlt wird.

Bei den oberen 10% hat sowieso jeder jede Möglichkeit. Und ganz oben im Multimillionenbereich sowieso.

Da stellen sich die Fragen nicht, weil die Tochter oft gerne den Betrieb, die Arztpraxis oder die Kanzlei übernimmt.

Auch die Frage bezüglich Kindern ist obsolet, weil man gleich ein Arsenal an Hausangestellten hat.

In den USA geht ja der Trend sogar in Richtung Leihmutter, damit man sich keine "unangenehme" Schwangerschaft mehr zumuten muss.

Am unteren Ende oder bei Zuwanderern ist es dann das genaue Gegenteil. Entweder hat man soviel zu tun, um das Leben zu meistern, dass man sich alleine deswegen schon nicht mit "Nebenthemen" beschäftigt oder man hat sich im Lebensstil so eingerichtet, dass man zwar hier ist, aber im Grunde seine alten Werte weiterlebt und auch gar nichts daran ändern will.

Und dann komme ich wieder zur Mittelschicht zurück. Etwa 45-50% der Wähler der Grünen sind Beamte oder im öffentlichen Dienst. Da hat man Zeit und parallel in der Regel Rundumversorgung bis zum Ende.

Was passiert aber, wenn diese Mittelschicht abrutscht?

Meiner Meinung nach ist die jetzige Zersplitterung der Parteienlandschaft schon die Folge der Agenda 2010, obwohl diese gar nicht die Masse der Bevölkerung betroffen hat. Die tatsächlichen Auswirkungen in der Rente etc. kommen erst noch in 20 oder 30 Jahren.

Sollte es wirklich mal, und so unwahrscheinlich ist das nicht im globalen Szenario, zu einer massiven Krise kommen, dann sehe ich eher eine Rückentwicklung zu bewährten Rollenbildern und eine Fokussierung auf klassische Werte, als dann noch eine Entwicklung zu einer Welt wie sie sich die Grünen ausmalen.

Für mich ist, ähnlich wie bei Träumereien a la Elon Musk oder Anton Hofreiter, viel "Glaskugel" dabei. Man wünscht sich etwas, projeziert das auf die Zukunftsprognosen und im Endeffekt kann niemand voraussagen was in 2 Jahren passieren wird. Auf der Seite der Neoliberalen im Übrigen genauso wenig.