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Alt 11.03.2019, 23:32
KopieRuwenFilus KopieRuwenFilus ist offline
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KopieRuwenFilus gab in der Vergangenheit leider sehr oft Anlass zur Kritik (Renommeepunkte mindestens -40)
AW: Untere Ligen Schande für TT - neuer Weltverband?

Der Andreas gehört ja sogar noch zu den Spielern, gegen die ich ja, wenn eingespielt, fast noch irgendwie zurecht komme. Und aus ihm würde sich ganz leicht ein gerader Ruwen Filus machen lassen.

Da gibt es ganz andere Kaliber...

Komme gerade aus dem Training. Da gibt es einen Spieler, Typ Fan Zen Dong. Hat sich aus Höflichkeit gegen einen sehr krummen Mannschafts-Kameraden einspielen müssen. Und immer, wenn er sich gegen solche einspielen musste, ist sein Abend verpfuscht, er fühlt sich, als hätten ihm die anderen einen Knoten in den Arm gespielt, und wird dann den ganzen Abend nicht mehr und war dann auch gegen mich um Klassen schlechter als sonst.

Früher hat er deshalb wie viele andere Trainerstunden bei mir genommen, weil ich eben für ihn gerade und hochklassige Bälle spielte. Andreas hat da eben ein ganz anderes Auge als andere. Ich sehe halt jeden Spieler mit den Augen aus den vielen Siegen gegen 1.Liga-Spieler, und die haben völlig andere Bewegungen als Spieler bis 1800. Jedenfalls meistens.

Aber zugegebenermaßen war ich als Trainer noch sehr viel gerader, als ich Timo Boll zu imitieren versuchte.

In der Abwehr bin ich wieder auf die Technik ohne VH-Griff und RH-Griff-Wechsel zurückgegangen, was man in der Abwehr ganz gut spielen kann, und nicht ganz so grade ist, wie wenn man wie Boll sauber die Griffe hin- und her-wechselt.

Und uns technisch hochklassig ausgebildeten Abwehrspielern gehts da nicht nur ähnlich wie dem Fan Zen Dong-Typ, sondern 3 mal schlimmer.

Wenn Andreas mit seiner RH in die Abwehr geht, hackt er mit Kraft rein und bekommt dafür ganz schnell ein gewisses Mindestgefühl.

Aber bei den technisch versierten Spielern ist der Float (von Schweben) der Hauptball, der mit dem Normalbelag sowohl auf der RH als auch auf der VH gespielt wird, unter ständigem Schlägerdrehen.

Und da kann man nicht über kraftvolles Reinhacken reinkommen, sondern ist auf hochklassige Topspins angewiesen und braucht auch mit denen noch extrem lange, bis man diese kraftlose Streichelbewegung hinbekommt, die den Ball wie einen Schnittball aussehen lässt, aber tatsächlich völlig schnittlos auf den Angreifer zugeschossen kommt und diesen im Idealfall einen Meter über den Tisch ziehen lässt.

Und wenn dann ein Gegner kommt, der völlig andere Bewegungen als ein Erstliga-Spieler hat, dann hat man den Salat. Dann ist alles nur noch Krampf.

An diese völlig anderen Bewegungen hätte ich mich als Kind gewöhnen müssen, und dann hätte ich auch ein Gefühl dafür. Aber ich hatte das Pech, in einem der deutschen Spitzenvereine (größte Erfolge: 3. Erste Liga, Mehrfacher deutscher Pokal-Vize-Meister) zu lernen und immer zur Spitze der Jugendlichen zu gehören, wo alle bis auf ganz wenige von allen gefürchtete Ausnahmen Weltklasse-Spieler imitierten in all ihren Bewegungen.

Und obwohl ich durchschnittlich nur noch 20 Prozent meiner Lebensbestform habe, habe ich vor ein paar Jahren noch auf einem 2.Liga-Turnier eine riesen 5-Satz-Schlacht mit einem 3.Liga-Dreier geliefert, in der die Granaten-Topspins mich fast raus aus der Box trieben, und er nur knapp im Entscheidungs-Satz gewann. Danach servierte ich schnell einen Viertliga-Dreier schnell 3:0 ab, führte lange gegen einen 2. Liga-Mann, bis er mich dann niederrang. Warum? Weil ich da das Glück hatte, vorher mal ein paar Male gegen Top-Leute trainieren zu können, und da das ja meine Welt ist, konnte ich so gut spielen. Nach diesen Spielern spielte ich gegen ein 5.Liga-Noppenmonster und bekam Knoten in die Arme und war völlig chancenlos.

Und wenn man solche Erfahrungen hundertfach gemacht hat und Spieler erlebt, die schnauben vor Wut und ein Noppenmonster am liebsten umbringen würden, dann kommt man halt zur Überlegung, dass wir ein neues TT brauchen, wo solche Paradoxien eben nicht vorkommen.

Und manche tun so, als wäre ich der Einzige, der darüber nachdenkt.
Mehrere Störspieler haben mir erzählt, welche Hasstiraden sie von geschlagenen Gegnern an den Kopf geworfen bekommen.

Und da sind viele dabei, die genau wie ich sich sogar manchmal nach einer Niederlage sogar für das schöne Spiel bedanken, eben wenn Bewegungen zum Einsatz kamen, wie man sie von Top-Spielern kennt.

Diese Spieler sind also genauso wie ich, keine schlechten Verlierer, sondern fühlen sich halt einfach betrogen. Irren die sich wirklich alle? Seid Ihr da ganz sicher? Oder ist da nicht doch ein Problem?

Jede Sportart hat ganz strenge Regeln und muß für die Attraktivität sorgen.

Der ITTF kann ja gerne so bleiben und gerne noch erlauben, dass mit 4 Millimeter langen Glas-beschichteten Noppen Stoppblocks auf der einen Seite gemacht werden und auf der anderen Seite mit einem glasbeschichteten Joola-Twist (versetzt aufgeklebte Noppen-Köpfe, ein Wahnsinn von früher), und das bei ständigem Schlägerdrehen, bis die Bälle wie Flummies auf dem Tisch herumtanzen.

Aber wenn die Reformen des Weltrates der Weisen umgesetzt werden, hätte ich halt gerne die neue IHTTF, wo dann auch ein 1400er gegen mich mit ähnlichen Bewegungen gegen mich anzieht wie Timo Boll oder Fan Zen Dong...

Geändert von KopieRuwenFilus (11.03.2019 um 23:58 Uhr) Grund: Fehler
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