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Alt 07.08.2004, 14:09
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let it flow...
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AW: Flow II: Verschmelzung von Körper und Geist

Hallo Leute

Wieder einmal einen kleinen Input zum Thema

Habe im Internet auf einer Kampfsportseite (Aikido) folgenden Text von Gerhard Walter einem Aikido- und Zen-Lehrer gefunden:

Zitat:
Wir streben nach Glück, Präsenz, Offenheit, ohne jedoch jemals das Gefühl zu haben, endgültig angekommen zu sein. Wir sehen uns zwar ständig auf dem Weg der Annäherung, doch letztlich bleiben diese Ziele getrennt von diesem Augenblick. Im Gegenteil – »angekommen« oder »fertig« zu sein, kommen uns wie Anmaßungen vor, und die Behauptung, dass es in dieser Angelegenheit nichts zu tun geben soll, bleibt vollkommen unverständlich. Tatsächlich aber sind wir vom Ursprung her offen, selbstbewusst, sinnlich, effektiv, und so weiter. Ein verspannter Mensch ist ein entspannter Mensch, der sich verspannt. Ein ineffektiver Mensch ist ein effektiver Mensch, der sich selbst im Weg ist. Wir müssen uns also nicht öffnen, sondern nur damit aufhören, uns zu verschließen. Es ist unsinnig, Stärke anzustreben, wenn wir nicht damit aufhören, uns selbst zu schwächen, sonst ist unser Handeln wie ein Schwimmen gegen den Strom. Diese Widersprüchlichkeit ist jedoch weitgehend unsichtbar, weil sie normal ist.
Eigentlich ist es unspektakulär, dass wir mit dem Kraftaufwand, mit dem wir mit einem Taschentuch winken, einen starken Menschen umwerfen können. Wir sind reine Energie, reine Intuition. Das Normale, das was wir kennen, ist das Potenzial von Menschen, die sich selbst im Weg sind. Das schließt ausdrücklich die rationalen Fähigkeiten mit ein. Ratio und Intuition bilden nur im Denken Gegensätze.
Ein Karate-Meister nannte »richtiges Stehen«, »richtiges Gehen«, »richtiges Atmen« als Geheimnis des Karate. Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido, bezeichnete natürliche Bewegung als das Geheimnis der Effektivität. Richtiges Stehen ist schon eine großartige Sache, doch noch besser ist es, eins zu sein mit sich selbst und diesem Augenblick. Wer sich selbst realisiert, der ist jenseits von richtig und falsch, wo ist da noch die Gefahr, seinen Mittelpunkt zu verlieren? Jenseits von richtig und falsch ist der negative Zustand aufgehoben, der »positives Denken« nötig erscheinen lässt. Die Frage nach dem Alter oder der Begabung stellt sich damit nicht mehr. Jede Frau, jeder Mann ist fähig zu natürlicher Bewegung. Der mentale Zustand des Flow steht für das Einssein mit sich selbst, für Offenheit und Präsenz.
Das unterstützt doch irgenwie meine Theorie, dass Flow immer das ist. Wir merken bloss die Zustände, wo der Flow nicht da ist: Anspannung, Ineffizienz, Ärger, Frust, usw. Wenn das einmal alles wegfällt, bleibt Flow übrig.

Übrigens... Meines Wissens ist Aikido erwiesener Massen, die "effektivste" Kampfsportart. Stärker als die härtesten Geschichten wie Karate, Kick-Boxen, Thai-Boxen, usw.

Gruss
Martin
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