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Alt 23.03.2019, 06:45
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Matthias Landfried
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AW: TIBHAR Evolution MX-P50 (HARD)

Zitat:
Zitat von Hillegosser Beitrag anzeigen
aufgrund der geringeren Auflage ist ein höherer Preis als beim MX-P durchaus verständlich.
Ja, das mit der Auflage ist letztendlich auch das Problem.

Ich habe auch per PN eine Anfrage bekommen, ob ich demjenigen einen MX-S mit 55° Schwamm besorgen kann.

Es gibt hier mehrere Problematiken.

Das fängt schon damit an, dass die Beläge, umso seltener / exotischer sie werden, nur ganz selten in Kleinstmenge produziert werden, damit eben z.B. Vladimir Samsonov seine gewünschte Version bekommt. Man müsste also ggf. ewig warten, bis man mal wieder so einen Belag bei einer Nachbestellung bekommen kann.

Man hat ja von jedem Evolution Belag mindestens eine Version ausgewählt, die man für den Handel frei gegeben hat. Beim MX-P und MX-P50 hat man die beiden gewählt, weil eben die meisten Profis und Vertragsspieler diese beiden Beläge spielen und man damit jedem die Möglichkeit geben will, eben auch diese Beläge zu spielen. Dann sind auch beide Beläge noch an der Grenze dazu, was "die breite Masse" noch spielen kann.

Bei anderen Evolution Varianten hat man geschaut, dass man die Schwammhärtegrade in den Verkauf gibt, die zum einen für "die breite Masse" sehr gut spielbar sind und insgesamt betrachtet über das komplette Evolution Katalogsortiment am meisten Sinn machen und/oder z.B. Lücken schließt.
Ein Beispiel hierzu: Da man im ersten Jahr der Evolution Markteinführung einen MX-P mit 47.5° Schwammhärte hatte und einen FX-P mit 37.5° (fällt denke ich eher Richtung 40° aus), hätte es wenig Sinn gemacht, den EL-P auch mit 47.5° rauszugeben. Dann hätte man kurz später mit der Einführung des MX-S gleich drei Beläge gehabt, die alle um die 47.5° liegen.
Man kann das schon mal machen, dass man zwei Versionen mit unterschiedlicher Grundcharakteristik im selben oder ähnlichen Schwammhärtebereich bringt, wenn die sich wirklich spürbar unterschiedlich spielen (Beispiel MX-P und MX-S), aber mehr macht dann auch keinen Sinn. Deshalb war das sinnvoll den EL-P damals mit 42.5° freizugeben.
Danach kamen EL-S und FX-S. Da machte es Sinn, die Lücke zwischen FX-P und EL-P zu schließen und den FX-S mit 40° rauszugeben. Der hebt sich von den Spieleigenschaften etwas vom FX-P ab und vor allem sehr deutlich vom EL-P. Also hat er absolut seine Daseinberechtigung.
Den EL-S hätte man nicht unter 45° machen können, sonst wäre er einfach zu nah am FX-S gewesen. Und 47.5° hätte auch keinen Sinn gemacht, sonst hätte es wieder drei Beläge in diesem Bereich gegeben. Und auf 50° oder höher zu gehen, war damals auch noch keine Option (für einen Profi ja, klar, aber nicht für die Freigabe für den "Massenmarkt"). Deshalb war einfach klar, dass der EL-S mit 45° rausgegeben werden sollte. Und auch der EL-S spielt sich spürbar anders wie EL-P und wie MX-P und MX-S. Der EL-S ist im Vergleich zu diesen Belägen auch völlig eigenständig und hat damit seine Daseinsberechtigung - wie übrigens alle Evolution Versionen die man für den freien Verkauf freigegeben hat.

Das ist übrigens eine große Stärke von TIBHAR und ihrem Entwicklerteam, dass sie enorm viel Zeit reininvestiert haben, die perfekten Abstimmungen der Beläge an sich zu finden (und hier steckt tatsächlich viel Eigenleistung und darüber hinaus auch noch etwas exklusives dahinter) und dann aber auch nochmal richtig viel Zeit und Arbeit in die Auswahl der Versionen gesteckt haben, welche man dann auch in den freien Handel gibt. Da braucht man enormes Fingerspitzengefühl und Marktkenntnis, dass wirklich alles insgesamt sehr stimmig ist, jeder Belag seine Daseinsberechtigung und Eigenständigkeit hat und man nicht nur den Kunden "dasselbe in grün" anbietet oder hingeht und einfach ohne viel Aufwand ein einziges Obergummi wählt und das dann eben mit den Schwammstärken soft, medium und hart auf den Markt wirft.
TIBHAR hat das super hinbekommen und alleine vier verschiedene Obergummis so mit Schwammhärten und unterschiedlichen Porigkeiten (feinporig, grobporig und streng genommen gibt es auch noch mittelporig) abgestimmt, dass sich alle Beläge wirklich spürbar unterscheiden, aber die gesamte Evolution-Familie trotz ihrer so unterschiedlichen Belagversionen doch sehr gut aufeinander abgestimmt ist (stimmig eben).
Und man kann ja auch noch mit Selektion arbeiten und hier i.d.R. eine Schwammhärte hoch oder runter kommen und so auch teilweise spürbar unterschiedliche Beläge trotzdem annähern (Beispiel hart selektierter EL-S und weich selektierter MX-P sind dann zumindest einigermaßen vergleichbar, so dass da ein Umstieg nicht schwer fallen sollte).

Und da war letztendlich auch ein richtiger Druck da, denn es durfte keinen einzigen Evolution auf dem Massenmarkt geben, der ein Flop ist. Und bei den zur Auswahl stehenden Komponenten, hätte das bei falscher Auswahl natürlich passieren können (wer weiß, vielleicht wäre ein MX-S gefloppt, wenn man sich entschieden hätte, den nicht mit hartem feinporigen Schwamm raus zu geben, sondern mit weichem offenporigem Schwamm. Dann wäre das vielleicht alles zu schwammig geworden).
Da kann man schon sehr viel falsch machen und das Ziel kann ja nicht sein, jedes Jahr irgendwas unausgereiftes raus zu bringen und wenn es nichts taugt, frühzeitig wieder vom Markt zu nehmen und was anderes neu rauszubringen.

Klar, anders verhält es sich mit Versionen, für die sich ein Profi entschieden hat und die vielleicht einfach sehr extrem ist. Wenn man nicht den MX-S mit im Amateursport gerade noch spielbarem feinporigen 47.5° Schwamm für den Handel freigegeben hätte, mit dem z.B. Kay Stumper und ich glaube auch Mu Hao spielt, sondern wenn man gesagt hätte, man bringt den MX-S mit dem steinharten Vladi-Samsonov-Schwamm, dann könnte man ja nicht mal von einem Flop sprechen, auch wenn 99,5% aller anderen Spieler mit dieser Version überhaupt nicht zurecht kommen würden, denn immerhin ist ein Weltstar und einer der besten Spieler aller Zeiten damit voll zufrieden.
Das wäre dann so ein oben angesprochener MX-S55. So einen Belag für den freien Verkauf frei zu geben, macht kaum Sinn, denn auch wenn ihn viele wenigstens gerne mal probieren würden, kommt man einfach nicht auf die nötigen Stückzahlen.

Deshalb gibt es auch für so einen Belag, wie den MX-S55 gar keinen Verkaufpreis. Der Belag wird hergestellt in kleinster Auflage für die Ausrüstung eines TIBHAR-Profis, aber der bekommt ihn ja gesponsert, deshalb gibt es da einfach keinen Preis, was so ein Belag im Handel kosten würde.
Wenn TIBHAR das kalkulieren müsste, was sie einem Kunden für so einen Belag berechnen müssten, wenn sie für denjenigen mal irgendwann so einen Belag mitproduzieren lassen, dann würde das selbst bei einem enorm hohen Preis trotzdem wirtschaftlich einfach keinen großen Sinn machen.

Wer das wirklich super erklärt hat, ist er:

Zitat:
Zitat von Uranus Beitrag anzeigen
Ich fragte dann, ob ich vielleicht einen MX-P50 kaufen könnte, aber das ging leider nicht. Tibhar hat die Beläge zwar da, aber im Vergleich zum MX-P mit 47.5 lassen sie von dem MX-P50 so wenige produzieren, dass sich das nicht mal lohnen würde, wenn sie den MX-P50 für 90 Euro verkaufen würden. Aber das ist ja auch klar, die MX-P 47.5° (und auch 40° = FX-P) sind für Vertragsspieler und für die TT-Shops, während die 50° nur für Vertragsspieler sind.
Das ist eben wie bei Flyeralarm, wenn man da 100 Visitenkarten machen lässt, dann kostet das unverhältnismäßig viel (14.70 Euro, 14.7 Cent pro Stück). Wenn man 250 machen lässt, kostet jede Visitenkarte im Verhältnis wesentlich weniger (6.1 Cent pro Stück) und wenn man gleich 1000 drucken lässt, ist es viel billiger (1.79 Cent pro Stück).
Das war wirklich ein super Beispiel. Das mit der Druckauflage ist vergleichbar, egal ob Visitenkarten oder Beläge.
Wenn man z.B. Flyer drucken lassen möchte, dann dauert die ganze Vorbereitung und Einrichtung der Maschinen gleich lang, egal ob man dann 1 Flyer, 10, 100, 1.000 oder 10.000 drucken lässt. Den Preisunterschied kann man sich vorstellen, was das ausmacht, wenn man 10 oder 10.000 drucken lässt.
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