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AW: TTC Ebner Ulm
Das stimmt so nicht. Die Kinder kennen den Sport meistens gar nicht, weil Fussball alles überragt.
Ganz ganz viele von uns haben doch über die Schule angefangen, weil der örtliche Verein die Schulturnhalle nutzt und man darüber angefangen hat. Fängt dann einer an, bringt er auch andere mit.
Ein Problem ist seit 50 Jahren, dass Tischtennis im Verein zu 90% ein "lustiger Spieleabend" ist. Training unter Anleitung wo sich Anfänger schnell verbessern findet viel zu wenig statt.
Bei Handball ist es doch genauso, dass die Kinder über die Schule kommen. Dazu sind das "Dorfsportarten".
Dass Jugendliche allgemein nicht mehr so aktiv sind ist noch nichtmal ein Phänomen des Sports. Die 14-18 jährigen treffen sich heute zuhause. Mädchen mit Instagram undxSelfies, Jungs zocken Fifa oder andere Spiele. Die gehen nicht mehr Do-Sa in die Disco feiern. Bei uns im Ort gab es vor 20 Jahren 13 (!) Diskothenkenartige Betriebe, heute noch 1.
Das ist ein gesellschaftliches Phänomen.
Aber wie ein Vorschreiber schon schrieb, hat das auch viel mit Schule und den gesellschaftlichen Erwartungen zu tun.
Die Gesellschaft propagiert doch Ganztagsschule, Bachelor und Master und jahrelang wurde den Leuten ins Gehirn gehämmert, dass ohne 3 Fremdsprachen, und spätestens mit 23 Jahren abgeschlossenem Studium Die Welt kollabieren würde.
Die Folgen sind halt, dass für "Nebensächlichkeiten" wie TT kaum noch Raum und Zeit bleibt.
Wer von uns hätte denn früher noch Lust auf TT gehabt, wenn er bis 16 Uhr Schule und danach noch Hausaufgaben gehabt hätte?
Der Fussball hat doch bei den 14-18 jährigen auch nicht viel in der Leistungsspitze und die tun alles, wenn sie ein Talent sehen. Internat oder dee Vereinsbus steht bei Schulschluss parat.
Die Bilanz Deutschlands bei Olympia wird auch immer schwächer.
Aber wir brauchen nicht zu jammern. Seit 15 Jahren ist die Gesellschaft darauf ausgelegt "high Potentials" ranzuzüchten, am besten emotionslos Knöpfchendrücker, Fachidioten und Arbeitsmaschinen.
Dazu nur noch oberflächlicher Konsum und keine Verpflichtungen mehr eingehen.
Humankapital, Lebensabschnittspartner, Gentrifizierung, globale Flexibilität.
Da passen Hobbys, vor allem wenn sie Zeitintensiv sind, nicht mehr in das Weltbild.
Das nur mal gesamtgesellschaftlich.
Sicher gibt es auch genug Eltern, die das so nicht mitmachen. Aber trotzdem leiden nahezu alle Sportarten darunter.
Und TT ist keine Sportart, die im Fernsehen Nichtspieler interessieren würde mit zwei Ausnahmen:
1) Ein extrovertierter Weltstar, der Weltmeister/Olympiasieger wird. In China zieht Zhang Jike mit seiner Art die Leute an und verdient 10 Mio/Jahr oder mehr.Extrovertierte Sportler sind aber nicht mehr gewollt. Seit Löw auch im Fussball. Der größte Arschkriecher hat das beste Standing. Typen wie Ronaldo, Aubameyang, Neymar sind in Deutschland regelrecht verhasst und hätten bei der Combo Löw/Bierhoff weit weniger Chancen gehabt sich zu entwickeln. Als Mbappé die Abfahrt geschwänzt hat, hat Tuchel gesagt, dass er natürlich eine Strafe bekommt, aber dass er ein Künstler sei und alle Freiheiten brauche. Auch ein Typ wie Harimoto wird gleich niedergemacht weil er gerne rumbrüllt. Gesellschaftlich will man sowas in Deutschland nicht und dann bekommt man halt auch nichts, was aus der Norm heraussticht. Aber nur was außer der Norm ist, ist interessant für den Zuschauer.
2) Eine weibliche "Optikgranate", die auch noch Weltklasse ist. Wozniacki, Ivanovic, Sharapova, Bouchard, das ist alles eine Linie in der Vermarktung.
Auch bei Helene Fischer würde keiner einschalten, wenn sie eine hässliche Kröte wäre. Man mag mich jetzt kritisieren mit "sexistisch, me too", oder "das hat doch mit der Leistung nichts zu tun", aber so ist es im Frauensport neunmal.
Nichts gegen Laura Dahlmeier, aber Neuner war, bei ähnlichen Erfolgen, einfach auf einer Skala von 1-10 die optische 9, wohingegen Dahlmeier wohlwollend noch bei 5 landet.
Leistung plus Aussehen machen im Bereich der Weiblichkeit im Sport und Unterhaltung den Erfolg aus.
Ein letzter Denkfehler muss noch erwähnt werden:
Regeländerungen, Reduzierung der Mannschaften und Zeitbegrenzung laufen im TT völlig ins Leere.
Warum ist das so?!
Der TT-Zuschauer ist zu 95% vom Fach. Er möchte für sein Geld soviel Sport wie möglich sehen. Bei Tennis stört auch niemanden, wenn Federer und Nadal 5 Stunden spielen. Die breite Masse in Deutschland guckt da auch nur die 4 Grand Slams.
Und daraus leitet sich ein zweiter Punkt ab:
Das Geld wird da verdient, wo die Hütte voll ist. Ein Boll oder Waldner generiert seine Werbepartner außerhalb des TT ja auch, weil sie in China populär sind. Ob Boll für Kuka, VW oder die Metro wirbt, das Werbeziel ist/war China.
Als mal German Open in Dortmund waren sind viele dahingefahren um "mal die Chinesen zu sehen".
Du kannst in der TTBL jeden austauschen, aber weltweit machen dir vielleicht 10 Spieler die große Halle voll.
Die Topchinesen, Boll, Harimoto, Ovtcharov, Sansonov und Joo Sae Hyuk. Spielbedingt wäre ein Ma Te oder Hou Yingchao auch noch sehr interessant.
Ich bin mir sicher, dass ein Seniorenevent mit Waldner, Persson, Saive, Gatien, Primorac und Roßkopf eher eine große Halle vollmacht, als alle TTBL Spieler mit Ausnahne von Boll.
Die Tingeltangel Showevents vom Suchanek sind oft besser besucht als ein Bundesligaspiel.
"Typen", die Erfolge und Namen haben.
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