Schön, dass hier wieder über Politik diskutiert wird, statt blind polemisiert. Dann hatte der grüne Wahlsieg vielleicht doch einen minimal positiven Einfluss
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Zitat von Chris Kratzenstein
Genau, dass bezweifel ich bei Kühnert. Auch, dass der linke Flügel dadurch Rückenwind hat. Dann hätte er seine Aussagen nicht vor den Wahlen treffen dürfen. Denn so kann man das Ergebnis der Wahlen durchaus auch darauf schieben.
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Die Analysen sind sich einig, dass die SPD Stimmen verliert, weil keiner weiß, wofür sie steht. Kühnert ist da nicht das Problem. Wie bereits erwähnt: Es fehlt an Politikern, die in ihrem gesamten Stil vermitteln, dass sie uneingeschränkt das Interesse des kleinen Mannes vertreten. Das ist in der GroKo kaum möglich, und das Führungspersonal ist eben so naja. Brauchbar für die Zukunft sind vielleicht Kühnert, Klingbeil, Giffey und Maas, aber meine Vermutung ist, dass die letzten beiden als Kuschler in der Groko schon verbrannt sind.
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Bzgl. AKK. Da hilft für mich eigentlich nur noch Rücktritt. Vielleicht macht es der Merz ja noch. Das wird zwar zu einem Aufschrei führen. Aber ungeschickter wie AKK kann er sich auch nicht anstellen. Das schafft maximal noch Nahles.
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AKK ist aus meiner Sicht aber auch ein Grund, weshalb die Altersgruppe Ü60 so deutlich gewonnen hat. Zugegeben, viele von denen wissen gar nicht, dass man seine Stimme auch anderen geben darf als der CDU
Merz ist verbrannt.
Vielleicht putscht ja doch noch der Laschet.
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Zitat von crycorner
Wir werden Bislang gibt er sich einfach unglaublich nerdy. Vermutlich jemand, der super aufgehoben ist bei der Bearbeitung von Sachthemen und Entwicklung von Anträgen, aber nicht als Galleonsfigur der CDU. Bei aller fachlicher Eignung, das kann er persönlichkeitsbedingt nicht tragen. Vielleicht tue ich ihm da aber auch unrecht. Wie sehen das denn die Anderen?
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Ja, ein echtes Goldstück
Die Union hat das Problem, dass ihre bekannten jungen Politiker null mit dem Großteil der Interessen der U25-jährigen zu tun haben. Nerdig triffts ganz gut, und man hat (im Gegensatz zu Künerth) einfach nicht das Gefühl, dass die an ihrer Parteilinie etwas ändern wollen.
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Kühnert hat sich - wahrscheinlich sehr bewusst - innerhalb der SPD links positioniert und kann da einige Jahre Reputation aufbauen. Wenn der optisch von seiner Jugendlichkeit wegkommt und man ihm dann irgendwann den reifen Politiker ansieht, ist das ein Kandidat für eine prominentere Rolle bei der SPD. Muss halt inhaltlich dann wieder mehr in die Mitte ziehen. Ich bin mir zudem sicher, dass Kühnert innerhalb der Partei eine neue Marke gesetzt hat, die zu generellen Richtungsdiskussionen führen wird. Der linke Flügel der SPD wird in der nächsten Zeit für einige Unruhe sorgen, hat ja durch die Wahlergebnisse auch mächtig Rückenwind.
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Die SPD muss sich doch ernsthaft fragen, wie gleichzeitig AfD, Linke und CDU in den Umfragen verlieren können, und sie nicht davon profitieren. Sie wird nicht mehr als die Kraft zwischen CDU und Linken wahrgenommen - natürlich liegt das auch am drängenden Klimathema, aber es gibt eben auch die linke Klientel. Und die scheint sogar grün zu wählen, (oder stellenweise Die PARTEI). Dabei haben sich die Grünen immer mehr Richtung Mitte positioniert; Schwarz-Grün oder Jamaika ist eine Standardkoalition in den Ländern. Da muss man doch auf den Trichter kommen, dass die Mitte ein gefährliches Eisen ist, weil andere Parteien dort glaubwürdiger auftreten können.