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Zitat von alba
Natürlich sind die - wie Du sie nennst - Schnarchnasenvereine letzten Endes schuld.
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Oft ist es in kleinen Vereinen schwierig ohne entsprechende Mitarbeiter die ausgearbeiteten Angebote der Verbände überhaupt nutzen zu können. Mann oder Frau kann schließlich nicht alles Allein machen. Das Durchführen einer "kleinen" Minimeisterschaft ist da noch das geringste Problem.
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Zitat von alba
Aber beim geforderten Ansatz müssen auch die Großen und der bttv mit ins Boot. Und zwar schon aus Eigeninteresse. Im Moment sehe ich beim bttv eine zu große Fokussierung auf die Spitze (irgendwo verständlich, die soll ja das Geld bringen).
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Dafür ist der Verband aber im eigentlichen Sinne auch da. Er muss die übergeordnete Struktur schaffen, erhalten und mit Leben füllen. Er soll die Vereine zusammenbringen, ihnen mögliche Wege aufzeigen und Türen öffnen aber sicher nicht die Vereine "ernähren". Es ist schon immer anders herum, dass die Vereine den Verband stützen müssen! Die Mitgliederwerbung und -gewinnung ist immer noch hauptsächliche Aufgabe der untersten Gliederung!
Natürlich würde man auch ich mir wünschen, dass z.B. die Verbandstrainer öfter auch mal zu den Vereinen kommen, wo die Talente sind, um diese zu Sichten oder durch Einzeltraining weiter zubringen. Aber wirklich realistisch ist das ohne die entsprechende finanzielle Ausstattung und bei nur wenigen Festangestellten nicht. Die Honorartrainer/ Bezirkstrainer sind einfach nur Nebenberufler oder besser in einem "Hobbyjob-Verhältnis" engagiert. Da geht oft einfach nicht mehr.
Die Frage wäre, welche Maßnahmen, die der BTTV anbieten könnte, würden wirklich helfen?
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Zitat von alba
Und in den großen Vereinen vergisst man allzu gern, dass jedes dem kleinen Nachbarn abgeworbene Talent zwar kurzfristig den eigenen Verein stärkt, dass aber das Gesamtsystem darunter leidet. Ablösesummen wären ein möglicher Ansatz, oder ein Austausch von Spielern: Für das große Talent, das zum großen Verein wechselt, gehen beispielsweise 3 schwächere zum kleinen.
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Diese Ansätze sind nicht sehr realistisch. Welcher Verein, auch unter den Größeren, kann schon Ablösen zahlen oder welche 3 Spieler sollen dann zum Wechsel verpflichtet werden und wollen die das dann auch?
Kleinere Vereine bzw. deren Verantwortliche müssen einfach akzeptieren, dass bessere Spieler, wenn sie die Leistungsspitze im Club erreicht haben und höher hinaus wollen, die Mannschaft/ den Verein verlassen
müssen.
Vielleicht sollte man auch einmal ganz andere Denkmuster anregen und die vorhandenen Strukturen, nicht nur die räumlichen, tatsächlich reformieren.
Als Denkanstoß:
Wie wäre es die Spielberechtigungen komplett zu trennen. Es gäbe einen Stammverein, bei dem die Einzel-Spielberechtigungen liegen. Das könnte auch der kleine Dorfclub sein, der zwar wegen mangels an Spielern keine adäquate Mannschaft bieten kann aber "sein Talent" weiter unterstützen will und kann. Er übernimmt dann die Kosten und vielleicht auch die Betreuung bei Einzelturnieren. Der Spieler bliebe in seinem Heimatclub verankert.
Die Mannschafts-Spielberechtigungen (Jugend und Erwachsene gern auch separat) können dann bei anderen Vereinen liegen, die aufgrund ihrer besseren, zentraleren Lage (städtische Strukturen) mehr Mannschaften bieten können. Diese großen Vereine profitieren dann davon, dass sie ihre oberen Mannschaften mit den besten Spielern aus dem Umkreis auffüllen können und die gebenden Vereine einer gezielteren Förderung ihrer Talente durch entsprechende Anforderungen in den höheren Ligen. Ich sehe da eine win-win-Situation.
Aber vielleicht braucht es auch ganz radikale Änderungen in unserer heutigen Zeit. Die Gesellschaft entwickelt sich
leider nicht in Richtung einer sozialeren Denkweise sondern eher zu einer Egoistischeren. Wenn dies so fortschreitet, und ich fürchte das wird es, werden Vereine im eigentlichen Sinn vermutlich gänzlich aussterben und nur Sportarten, die auch kommerzielle und zeitlich flexible Angebote machen können, werden massentauglich bleiben.
Man muss doch nur einen Blick über den Tellerrand werfen. Wo in der Welt gibt es schon noch ein Vereinssystem wie unseres und welche Formen gibt es alternativ dazu? Clubs und Akademien bestimmen im Ausland (speziell z.B. in Amerika) doch eher das Bild, als der traditionelle Verein, dem man ein Leben lang die treue hält. Heute trainiere ich hier, morgen dort, je nach Angebot. Und die beste Qualität gibt es dann nur noch für die dicksten Geldbeutel. Ich hoffe es kommt nicht so!!!