Zitat:
Zitat von Nullinger
Im übrigen kann man dieselbe Argumentation auch umgekehrt anwenden: Die Leute, die bislang Klimaschutz immer hintenan gestellt haben, weil Arbeitsplätze, Schönheit der Natur, Bequemlichkeit nicht leiden dürfen, haben wohl die Brisanz des Themas "Klimawandel" nicht verstanden und sind da vermutlich nicht tief drin.
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Du kennst evtl. die Bedürfnispyramide von Maslow bei der Physiologische Grundbedürfnisse ganz unten, Sicherheit und soziale Bedürfnisse in der Mitte und das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung ganz oben steht. Die These hinter dem 1943 aufgestellten Modell ist, dass weiter oben liegende Bedürfnisse erst dann an Bedeutung gewinnen, wenn die weiter unten liegenden befriedigt sind.
1943 war der Klimaschutz noch kein Thema, aber versuchen wir doch mal den Klimaschutz einzuordnen. Für ein paar Regionen auf dieser Welt gehört er zu den absoluten Grundbedürfnissen, da die Lebensgrundlage entzogen wird (Inseln und Küstenstriche die überflutet werden, Gebieten in denen die Hitze für den Menschen so langsam nicht mehr betätigbar wird, etc.). Für den Rest der Welt (inkl. Europa) ist der Klimawandel eher weit oben angeordnet. Das Problem ist sichtbar und es gibt erste unangenehme Auswirkungen, aber im Moment kann man es noch aushalten. Wenn andere Probleme auftauchen (Verlust der Arbeit oder des Wohlstandes), dann rückt die Bedeutung nach hinten.
Wenn man jetzt mit radikalen Maßnahmen versucht den Klimawandel zu stoppen, wird man vermutlich sehr schnell den Rückhalt in weiten Kreisen der Bevölkerung verlieren. Für die meisten Menschen ist das Hemd doch näher als die Hose und ein Schreckensszenario für 2050 ist weiter weg als ein aktuelles.