Zitat:
Zitat von Rudi Endres
Das Tunen ist im Profibereich so selbstverständlich, wie es früher das Frischkleben war.
Du hast recht, wenn Du die fehlende Beweislage bemängelst. Aber genau das versucht die ITTF zu ändern. Das darf man ihr folglich nicht vorwerfen. Sollten sich die Vorhaben als nicht praktikabel erweisen, bleibt nur die Freigabe des Tunens. Die damit verbundenen Probleme (Genehmigung erlaubter Tuner, Verbot anderer giftiger Substanzen..)müsste man dann irgendwie lösen.
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Das Hauptproblem ist doch, dass die finanzstarken Sportler mit Hilfe ihrer Spinsoren in jeder Sportart einen Vorteil haben. Im TT bereitet halt die Firma den Schläger vor, testet ihn durch und der Spieler wird immer negativ getestet.
In anderen Sportarten hat man hochbezahlten Ärzte und Labore, die dafür sorgen, dass der Testosteronwert oder der Hänatokritwert genau an der erlaubten Grenze liegt. Hat man richtig Geld dahinter, dann nutzt man Labore wie Balco, die einfach die Zusammensetzung so verändern, dass Tests ins Leere laufen.
Die Athleten stehen vor einen Dilemma:
Nur die Spitze verdient das große Geld, wer nur 5% schlechter ist, ist raus. Das Publikum kennt auch nur Sieger. Sein wir doch froh, dass im TT "echtes" Doping, wenn überhaupt, nur in sehr überschaubarer Dosierung vorkommen dürfte.
Bei den Schlägern steckt auch für den Verband und die Marken eine Menge Geld dahinter
Jeder möchte "das beste" Material verkaufen. In der Theorie könnte man die Profivarianten ja einfach offiziell zulassen und dann für 150 Euro pro Belag verkaufen. Dann wäre aber der Werbeeffekt stark vermindert. An einem ehemaligen deutschen Nationalspieler und einem aktuellen sieht man ja, dass es mehr bringt den Spieler "fremd" spielen zu lassen, als ihn zu nötigen, das beworbene Material zu nutzen. Das hat sich jetzt etwas gelegt, seitdem ESN konkurrenzfähiges Material hat, aber in der Anfangsphase des FKE, der Roxon/Nimbus Zeit, hat man die Spieler lieber mit Tenergy agieren lassen und ein fettes Kantenband drum gemacht, anstatt sie aus ihren Verträgen zu werfen.
Im Spitzensport geht es immer zuerst um die Kohle. Beim TT kommt dazu, dass die TT Firmen eine große Einnahmequelle für Verbände und Spieler sind.
Daher gilt für den gesamten Sport: viel Show nach außen, sonst aber nicht viel.