Zitat:
Zitat von Peter Igel
alles korrekt
mir geht es in erster Linie um diese Scheinheiligkeit, mit der die SPD bei der "breiten Masse" zu punkten versucht.
Aber da könnte man sich verkalkulieren, denn das Wahlvolk ist nicht dumm und weitaus sensibilisierter für Tricksereien und Lügen als man gemeinhin denken könnte.
Das schätze ich ja an der FDP (und teilweise auch AfD).
Die machen keine Politik für Leute, die sie eh nicht wählen.
Stattdessen treffen sie unpopuläre Aussagen, mit denen sie aber vielfach auch einfach mal RECHT haben.
Ehrlich währt hoffentlich am längsten.
Mit Glück sehen die Verfassungsrichter das genauso. 
|
Zur SPD:
Deren Kernklientel war früher mal die Gruppe von 0-4.000 Brutto. Da hatten sie bis Schröder ihre Kernklientel. Dann haben sie sich zuerst die unterste Schicht vergrault, die zur Linkspartei sind. Mit ihrer einstigen Klientel der Facharbeiter haben sie auch nicht mehr viel gemein. Den einfachen SPD-Wähler, sprich Arbeiter, interessiert doch hauptsächlich "Fussball, Bier und Alufelgen". Solange die anderen Grundbedürfnisse wie soziale und körperliche Sicherheit, 2 x Urlaub im Jahr, und dreimal vernünftiges, günstiges Essen auf dem Tisch pro Tag gedeckt sind und er sich auch noch ein Auto leisten kann, dann war das der treueste SPD-Anhänger.
Das Problem der SPD ist, dass sie die Grünen linksintellektuell überholen möchte, obwohl Gender, Refugees Welcome oder Klima nicht die Kernthemen ihrer eigentlichen Klientel sind. Linksintellektuelle wählen dann lieber gleich das grüne Original.
Kühnert, Schwan, Stegner und diverse andere SPD-Politiker sind mittlerweile von den Bedürfnissen ihrer Kernklientel weiter weg als die Erde vom Mond.
Das hat man sich aber selbst zuzuschreiben. In der SPD sind nur noch Beamte, Berufspolitiker und Juristen. Zumindest in der Spitze. Ich habe sich nie gewählt, auch früher nicht, aber sie waren mir immer weitaus lieber als die Grünen. Dass sie sich nun thematisch zu Büttel der Ökopartei machen war eine viel größere strategische Fehlleistung als in die GroKo zu gehen.
Die SPD hätte 2015 die einmalige Chance gehabt in der Flüchtlingskrise eine Politik im Sinne von Schmidt durchzuziehen. Mehr als die CDU, weil die SPD schon historisch niemals in die rechte Ecke gedrängt hätte werden können. Das hat man völlig verhauen. Hätte man dort die GroKo platzen lassen und man hätte eine harte Linie gefahren um Punkt Sicherheit/Einwanderung, dann würde man heute vielleicht sogar den Kanzler stellen.
Eine Lösung sehe ich bei der SPD nur in einer Rückkehr zu einer Art moderner Helmut-Schmidt-Politik.