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AW: DONIC Blue Grip V1 & R1
Im Rahmen einer Testaktion von ML SPORTING und DONIC konnte ich u.a. das Extension GC, sowie die Blue Grip Serie testen. Danke!
Hier der Testbericht des Donic Blue Grip R1, in schwarz, 2.1mm:
Getestet wurde auf einem Timo Boll ALC. Positiv fällt zunächst auf, dass der R1 kein allzu ausgeprägtes Gewicht hat. Verglichen etwa mit diversen DHS Modellen oder gar modernen Angriffsbelägen in der angegebenen Schwammhärte (50 Grad) dieser Kategorie (Evolution MX-P, MX-S, Donic Z1 Turbo, Acuda S1 Turbo etc.) dürfte er, neben den Xiom Belägen, zu den leichteren gehören. Der Schwamm sieht, in der Tat, mittel- bis grobporig aus und spielt sich auch so; will heißen: relativ hoher Bogen, deutlich höher als beispielsweise ein Acuda S1 Turbo, Spielgefühl ist durchaus mehr mit dem Donic Z1 als dem Z1 Turbo zu vergleichen, wobei sich die unterschiedlichen Obergummis, inbesondere die Oberflächenbeschaffenheit, deutlich bemerkbar machen. Das Obergummi ist tatsächlich griffig, überaus ähnlich der Griffigkeit eines Tibhar Hybrid K1, d.h. nahe an der Grenze zur Klebrigkeit der einschlägigen asiatischen Belägen, wie man sie von DHS (kommerzielle Versionen im ungetunten Zustand) u.a. her kennt. Nimmt man letztere als Referenz, so muss man konstatieren, dass der R1 deutlich mehr Dynamik und Tempo hat. Allerdings tritt, auf Grund der Beschaffenheit des Obergummis, der allseits bekannte Effekt dieser Beläge ein: die Griffigkeit/Klebrigkeit bremst bzw. hält den Ball sehr lange, trotz des fraglos dynamischen Schwamms. Das hat zur Folge, dass zwar viel Rotation, insbesondere bei der Spineröffung und im Aufschlag/Rückschlag-Spiel erzeugt werden kann, jedoch ist deutlich weniger Tempo, Durchschlagskraft und vor allem Katapult vorhanden, wenn man beispielshalber die Evolutionserie dagegen hält. Auch mit Blick auf die Bluestormreihe spielt sich der R1 wesentlich moderater, wenngleich das Spielgefühl, abgesehen vom geringeren Katapult, tendenziell (wohl auf Grund des beiderseitig verwendeten blauen Schwamms) ähnelnd wirkt. Allerdings hatte man beim Z1 das Empfinden, die Bälle sinken etwas mehr ein, respektive das Obergummi scheint möglicherweise etwas weicher oder weniger straff (?) ausgelegt. Trotz des wohl härter ausfallenden Obergummis sind, wenn wir im Vergleich mit dem Z1 bleiben, die Rückschläge deutlich leichter zu spielen. Gerade der aggressive Stupfball, lange in die Ecken, oder das Kurzlegen gelingen mit deutlich mehr Handhabbarkeit. Was sich im Rückschlag bzw. in der fehlenden Dynamik im Offensivspiel bereits zeigte, macht sich jedoch im Passivspiel, gerade beim bloßen "abtropfenlassenden Block" vorbehaltlos nützlich: erhöhte Kontrolle. Insbesondere, dass die Beläge nicht "durchrutschen" (ähnliches findet man, sollten moderne Angriffsbeläge mit "normalen" Obergummi bevorzugt werden, beim MX-S) hilft sehr für eine erhöhte Sicherheit.
Spinorientierte Angreifer, die gerne weich eröffnen, ein gutes Handling über dem Tisch und beim Passivspiel benötigen, dafür aber auf höhere bis extreme Tempo- und Katapultwerte (gerne) verzichten und denen klassische, asiatische Alternativmodelle zu "stumpf" und unlebendig, moderne Angriffsbeläge jedoch zu unkontrolliert sind, könnten beim R1 eventuell eine Mitte finden.
Geändert von Seimen (28.08.2019 um 13:57 Uhr)
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