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AW: Wider der medialen Meinungsmache
Okay.
Dann meine Meinung zu Deinem Link:
Der Typ ist Bild-Ombudsmann, wird also von Bild bezahlt und schreibt nun also für die Bild eine Kolumne. Dort sagt er als Fachmann viele richtige und wichtige Dinge zu diesem ganzen Prozess von Anfangsverdacht bis Verurteilung und das legitime Verhalten der Presse entlang dieses Prozesses. Alles richtig. Wichtige Aufklärung. Absurd wird es dann aber, wenn er der Bild (seinem Gehaltszähler) korrektes Verhalten bescheinigt und den kompletten Subtext leugnet, der durch geschickte Schlagzeile/Foto-Kombi mit voller Absicht ausgelöst wird. Und gleichzeitig redet er die Leser schlau, hält sie offensichtlich dennoch für dumm genug, denen einzutrichtern, dass die Bild lediglich in guter journalistischer Verantwortung handelt.
Der Fall Jatta fliegt denen um die Ohren. Möglicherweise hat die Bild sogar Recht und der Jatta ist nicht der Jatta. Aber die Bild hat sehr wohl durch die Aufmachung der Berichterstattung eine Vorverurteilung ausgesprochen. Juristisch ist der Fall nun abgeschlossen und die Bild hat -mal wieder - ihr Gesicht verloren. Völlig unabhängig von der tatsächlichen Wahrheit.
Bei Metzelder ähnlich. Nur dieses Mal ziehen die anderen Medien nicht so ohne weiteres mit. Sondern sie üben sich in Zurückhaltung. Ausser die Bild natürlich. Die haben mit Foto und Überschrift bereit einen Verbrecher aus Metzelder gemacht. Scheissegal, was uns der Ombudsmann weismachen will. Ist aber erstaunlich, dass er sich ausgerechnet jetzt derart zu Wort meldet. Kann nur bedeuten, dass die Bild so viel Wind bekommt, dass sie sich öffentlichkeitswirksam ihre Hände in Unschuld waschen will.
Kannst Du natürlich gerne anders sehen, vielleicht gefällt Dir aber meine Sichtweise und Du änderst Deine Meinung. Könnte ja sein... Wenn nicht, auch nicht schlimm...
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"If you open your mind too much, your brain will fall out" (Tim Minchin)
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