Zitat:
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Zitat von Aquarius
das war nicht auf die chinesen bezogen, sondern allgemein gibt es doch viel zu viele sportler bzw. verantwortliche (wie trainer, manager usw.) die sich nach einer schlechten leistung hinstellen und versuchen diese schön zu reden. besser fände ich es, wenn man ehrlich sagt, die leistung war nicht in ordnung, wir versuchen es nächstes mal wieder besser zu machen. kretsche finde ich daher sehr symphatisch, da er auch schlechte oder schwächere spiele nicht versucht schön zu reden.
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Also zum Ersten wurde das Thema ja schon angeschnitten hier (Schuldzuweisungen) und man war sich einig, dass in unserem Kulturkreis gerne Gründe ausserhalb des Spielers/Könnens gesucht wird, damit keine Verantwortung übernommen werden muss.
Ich verweise hier aber noch einmal auf die Attribuierungstheorien (interessantes Thema übrigens, wenn man sich mal darüber informieren will), die recht schlüssig darlegen, dass das durchaus menschlich ist, "Versagensgründe" ausserhalb zu suchen. Man könnte schon von Verantwortung sprechen, die man nicht übernehmen möchte, weiter ausgeführt bedeutet das aber, dass eben nicht das spielerische Vermögen/Talent/Können und damit in Folge der Selbstwert in Frage gestellt wird, sondern temporäre Faktoren, die bei einer weiteren Gelegenheit wahrscheinlich nicht dem Erfolg im Wege stehen.
Das ist eine Maßnahme eines jeden, der Leistung nicht unter Beweis stellen konnte und es ist gesund und natürlich und zeigt eigentlich "positives Denken".
Die angegebenen äußeren Faktoren sind ja auch vorhanden, werden nur manchmal überbewertet, wenn die Begründung wirklich Selbstschutz darstellt.
Sind die äußeren Bedingungen aber wirklich ausschlaggebend oder tatsächlich nicht überbewertet (das ist ja ein fliessender Übergang in der Bewertung), so muss man auch das zugestehen, zumindest aber nicht in Unkenntnis (ver-)urteilen.
Zudem ist der Mensch ein Subjekt und nimmt seine Eindrücke subjektiv wahr, daher kommen die verschiedenen Gewichtungen der Ursachen auch nicht aus der Fantasie.
Stellen sich einem die äußeren Faktoren (hier: Tische, Klimaanlage) aber als enorm fehlerbestimmend/verunsichernd/unberechenbar dar, warum soll man dann (wie oben im Zitat gefordert) sagen, man habe nicht gut oder schlecht gespielt und mache es beim nächsten Mal besser? Hier herrscht doch durchaus nachvollziehbar (auch wenn das mit der Leistung evtl. z.T. auch zuträfe) ein Ohnmachtssgefühl gegenüber den Bedingungen vor, was es sogar sehr schwer macht, einzuschätzen, wie gut man denn jetzt
tatsächlich gespielt hätte, wären die Bedingungen optimal oder zumindest
normal.
Und zuletzt; wieso sollte ich sowas sagen, wenn ich der Meinung bin, ich habe eigentlich schon maximal gut gespielt unter den Gegebenheiten?
Trotzdem wird all das zusammengeschmissen und als "rausreden"/"schönreden" bewertet.
Gruß