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Zitat von crycorner
Naja, scheint nicht so gut zu funktionieren, dieses Abschrecken. Tatsächlich holt er die ganzen Nazis ins Haus. Alle die, die vorher NPD und Reps gewählt haben und jetzt aber ihre Stimme auch wirklich im Landtag / Bundestag vertreten wissen wollen. Der Rest hängt sich an die rechtskonservativen Galleonsfiguren der AfD.
Der Bruch Petri / AfD ist ja durch die Personalie Höcke und die damit verbundene polit-strategische Ausrichtung der Partei entstanden. Petri wollte den rechtsextremen Bereich bewusst abspalten. Die wollte Höcke rauswerfen, um aus der AfD möglichst schnell eine bürgerlich-rechte Partei zu machen, die in der politischen Landschaft ihren Platz findet, ohne zu sehr mit Negativschlagzeilen aufzufallen. Gauland war dagegen, der wollte Höcke drin lassen. Denn Gauland wollte bewusst im Nazi-Milieu fischen, während sich Petri von den Nazis lossagen wollte, die die Partei überrannt haben. Früher habe ich gesagt, dass es ein Glück ist, dass Petri sich nicht durchsetzen konnte, da die AfD sonst deutlich gefährlicher geworden wäre. Die aktuellen Entwicklungen sehend, bin ich mir da mittlerweile aber nicht mehr sicher, ob Gauland nicht doch den besseren Riecher hatte und gespürt hat, dass die AfD diese Nazi-Debatten aushalten kann.
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Ich sehe schon einen Malus. Ähnlich wie bei der Linken und Grünen, wenn sie mit Altsozialisten und Fundis antreten. Dann erreicht man zwar auch die Extremen, aber die halte ich in der Gesamtzahl für sehr niedrig. Wieviel wählen MLPD oder NPD. Da zieht man vielleicht 2-3%.
Dagegen verbaut man sich den Weg in die Mitte. Die Flanke rechts der CDU ist weit offen. Bis zu 30% könnte die AFD mit klassisch konservativem Auftritt durchaus erreichen. Ich bin mir sicher, dass man 10% durch den "Flügel" verschenkt.
Die Grünen haben das erkannt und treten mit Habeck, Baerbock und Özdemir so auf, wie es eine Partei am Rand taktisch machen sollte. Man macht sich "wählbar'.