Zitat:
Zitat von Noppenzar
Hier trennen sich unsere Gedanken.
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Dann bringen wir es doch mal auf den Punkt:
Du glaubst, dass die deutsche Wirtschaft untergeht, wenn wir die Erderwärmung bekämpfen.
Du glaubst, dass unsere Lebensbedingungen nicht nennenswert schlechter werden, wenn wir die Erderwärmung nicht bekämpfen.
Ich glaube, dass
sich unsere Lebensbedingungen wesentlich verschlechtern, wenn wir die Erderwärmung nicht bekämpfen.
Ich glaube, dass die deutsche Wirtschaft nicht untergeht, wenn wir die Erderwärmung bekämpfen. Im Gegenteil, ich betrachte das auch als Chance für die Wirtschaft und für Innovationen.
Deine Untergangsszenarien basieren ja auch immer auf solch radikalen Äußerungen wie "sofort die Kohlekraftwerke abschalten", "sofort alle Autos verbieten". Das will doch kein vernünftiger Mensch, auch nicht die von Dir verhassten Grünen.
Die Folgen der Klimaveränderungen sind hier noch gering bzw. gut kompensierbar. Mit steigenden Temperaturen werden die Folgen nicht kleiner.
Ohnehin wird unser bisheriges Wirtschaftsmodell, was immer nur auf Wachstum (bezüglich Produktion und Absatz) ausgelegt ist, nicht dauerhaft funktionieren. Interessant hierzu ein Interview mit Maja Göpel:
https://www.pressesprecher.com/nachr...dell-971594456
"Im Grunde genommen haben wir eine in uns Menschen eingebaute Orientierung auf Kurzfristigkeit. Es ist einfacher, das Naheliegende zu priorisieren als das, was in der Zukunft kommt. Und dann haben wir die Logik demokratischer Wahlzyklen. Ständig ist Wahlmodus, und dann ist im Zweifel das, was für meine Wähler, also meine Stimmensammlung relevant ist, prioritär vor dem, was sich erst mittel- oder langfristig auszahlen wird. Unternehmen müssen Quartalsberichte vorlegen und daher immer kurzfristige Gewinne machen. Damit kann ich wenig transformativ investieren und wirtschaften. Wir haben also lauter strukturelle Verhinderer von langfristiger Orientierung geschaffen."
"Natürlich gibt es auch in der Regierung Menschen, die für Nachhaltigkeit wirken. Deren Einfluss wächst jetzt immens, weil Politik sich an Wählern und dem öffentlichen Diskurs orientiert. Deshalb ist diese langfristig argumentierende Stimme für Klimapolitik aus der Gesellschaft wahnsinnig wichtig. Gut etablierte Akteure, die durch Nachhaltigkeitspolitik verlieren würden, haben typischerweise auch mehr Geld und Lobbyeinfluss als diejenigen, die dadurch gewinnen würden. Die Branche der erneuerbaren Energien ist hier ein gutes Beispiel: einige Wirtschaftszweige würden wachsen, andere schrumpfen. Aber typischerweise schreien die Verlierer am lautesten. Deshalb ist es so wichtig, dass auf der Straße ein Gegengewicht aufgebaut wird."
"Ich wehre mich dagegen, dass die Klimapolitik hier zum alleinigen Sündenbock wird. Wir haben mit den Kolleginnen und Kollegen in den Think Tanks in Frankreich gesprochen. Auch die Gelbwesten sind nicht gegen Klimaschutz und nicht gegen Umwelt. Sie sind aber dagegen, dass die Energiesteuern hochgezogen werden, während die Reichen parallel dazu eine Steuerentlastung bekommen. Deshalb ist es ganz wichtig, die soziale Frage bei Umweltthemen mitzudenken."