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Zitat von Danielson
Oh ja! Die SPD der 90er-Jahre war eine rechtspopulistische Partei...  Es gab gewiss Leute in ihr (wie Lafontaine, den Du wahrscheinlich meinst), die in ihr mitunter rechtspopulistische Positionen vertreten haben. Und Schröder, wenn er gewählt werden wollte, hat schon auch rechts von der Mitte versucht, Wählerstimmen zu gewinnen. Langfristig betrachtet hat das der Partei nicht gut getan.
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Die SPD versucht seit Jahren die Community der Muslime für sich zu gewinnen. Man sah/sieht dort ein wachsendes Wählerpotential. Daher ist man bei Migrationsfragen immer stärker von der ehemaligen "Schmidt" und "Brandt" Position abgerückt ohne zu bedenken, dass die eigentliche Basis der Partei mal der einheimische Malocher war.
Das sieht man auch am Personal was im Führungsbereich nachkommt. Sozialwissenschaftler und sonstige Linksintellektuelle.
Nur wo ist der Markenkern der SPD?
Schröders Schwenk war mMn. auch nicht "rechts", sondern eher neoliberal, was auch dem damaligen Zeitgeist geschuldet war.
Dazu muss man im damaligen Kontext auch klar zwischen West und Ost unterscheiden. Die Mär vom kranken Mann Europas hat Peter Bofinger eindrucksvoll widerlegt.
Man hatte das Problem "Osten", damals schon 1 Billion reingepumpt und die Wirtschaft kam nicht in Schwung. Da hat man einen Billigsektor geschaffen, der heute zum Bumerang wird.
Dem Westen ging es nie schlecht. Als Schröder anfing war die Kaufkraft und Tarifbindung im Westen erheblich höher.
BB hat doch vollkommen recht. Alte Sozis verstehen die eigene Partei nicht mehr. Selbst in NRW hat man das Duo Kraft/Löhrmann krachend abgewählt. Sicher auch mit vielen Wechselstimmen alter Genossen.
Die Frage ist doch wofür die SPD noch steht und für wen sie interessant ist!
Klima?
Da wählt der Linke gleich grün.
Soziales?
Da wählt er die Linkspartei.
Wirtschaft?
Da wählt er die CDU oder FPD.
Migration?
Da wählt er AFD.
Je nachdem welches Thema gerade im Fokus ist richtet sich die Wählerabwanderung entsprechend aus.
Wofür sollte jemand also zur Zeit die SPD wählen?
Was sie gut gemacht haben waren der Mindestlohn, da dieser auch einheimische Firmen gegen Billigkonkurrenz schützt und die Rente mit 63, da dort eine Lebensleistung entsprechend gewürdigt wird.
Sonst fällt mir nicht viel ein, wo sich die SPD in ihrer Tradition hervorgetan hat.