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AW: Hartz IV
Nun auch meine Meinung dazu, und zwar als SPD-Mitglied.
Es wird immer wieder angemahnt, Hartz IV sei sozial unausgewogen und führe daher in letzter Konsequenz in eine 2-Klassen-Gesellschaft.
Meiner Ansicht nach sollten alle diejenigen, die mit dieser Begründung versuchen, der SPD die eigene Identität und damit letztlich die demokratische Legitimation abzusprechen versuchen, sich zunächst einmal der genauen Bedeutung des Wortes sozial vergegenwärtigen. Sozial bedeutet eben gerade nicht, dass beahlt und bezahlt wird, auch wenn nichts mehr zum bezahlen da ist ( hierzu neigt in der momentanen Diskussion augenscheinlich insbesondere die PDS, ohne zu wissen, wo noch mehr herkommen soll).
Sozial ist definiert als "der Gemeinheit nützend". In letzter Konsequenz steht hinter der Frage der sozialen Ausgewogenheit also eine Abwägung, wessen Interessen vorzugswürdig sind: die des arbeitslosen 20-jährigen, der nur keine Lust hat, einem möglichen Job 100 km hinterher zu ziehen oder doch eher die Interessen derer, die ihm monatlich Geld zuschiessen müssen?
Ausgehend von der tatsächlichen Bedeutung des Wortes bleibt wohl festzuhalten, dass "sozial" im politischen Sinne nur bedeuten kann, dass dem geholfen werden soll und muss, der auch geholfen haben möchte. Insofern sehe ich Hartz IV als einen Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht den letzten.
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Gänzlich frei von Signaturen...
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