Zitat:
Zitat von BlinderBarmer
Noppe, alle deine Auslassungen lassen sich doch gerade so lesen, das der türkische Ingenieur eben keine 100 Punkte bekommt, weil er aus einem kriminaltechnisch *auffälligen* Land kommt.
Die statistischen Auffälligkeiten rechtfertigen keine Pauschalbehandlung nach Pass oder Herkunft.
Da ist völlig egal, ob es diese Auffälligkeiten gibt.
Das man die Auffälligen nicht loswird ist das Problem, das den Rechten den Zulauf beschert.
|
Du meinst wohl eher, dass man sie nicht loswerden will oder die Gesetze nicht richtig anwendet.
Wenn man ein Punktesystem wie in Kanada einführen will, dann muss man ja gewisse Parameter festsetzen. Und da geht es nicht um Zuwanderung mit dem Pseudoargument eines angeblichen Fachkräftemangels, der in Wahrheit das Lohnniveau drücken soll, sondern um Zuwanderer, die tatsächlich einen monetären Mehrwert für die Gesellschaft bringen.
Und warum soll ein laizistisch eingestellter Ingenieur aus Istanbul mit Deutschkenntnissen nicht 100 Punkte haben können?
Das Problem ist doch auch, dass diese Schicht überhaupt nicht nach Deutschland strebt. Deutsche Zuwanderung orientiert sich seit Gründung der BRD am sozial unteren Rand . Seit Hartz4 und der Einführung des Billiglohnsektors hat sich das noch verschärft.
Zur Zeit ist es auch wieder so, dass man versucht Asylanten bei der Arbeitssuche massiv zu subventionieren. Da bekommst du als AG Zuschüsse von 50%.
Hier hat sich nicht nur eine "Sozialindustrie" gebildet, sondern auch eine "Zuschussindustrie".
Welchen Sinn macht Zuwanderung, die über die nächsten 40 Jahre volkswirtschaftlich ein Minus erwirtschaftet?
Die Harvarduniversität geht davon aus, da gibt es Untersuchungen, dass Zuwanderung sich nur lohnt, wenn der Zuwanderer besser oder gleich qualifiziert ist, als derjenige, den er am Arbeitsmarkt ersetzt.
Auch der Abfluss von Vermögen in die Heinatländer stellt ein Problem dar. Je schlechter ein Zuwanderer qualifiziert ist und je schlechter seine soziale Situation im Heimatland, umso mehr Geld wird "nach Hause" geschickt. Das Geld wird also nicht in Deutschland ausgegeben, sondern geht per Western Union an Mama, Papa, Onkel, Tante.
Dasselbe gilt übrigens auch für den obersten Rand der Industrie. Über 50% der hier erarbeiteten Dividenden gehen mittlerweile ins Ausland und werden dort verwendet oder reinvestiert.
Schau auf ein Unternehmen wie Vonovia. Als es noch im Besitz des deutschen Staates bzw. von NRW war wurden Gewinne, wie bei regionalen Wohnungsbaugesellschaften üblich, am Ort reinvestiert. Entweder gibg das Geld in den lokalen Haushalt oder es wurden neue Wohnungen gebaut.
Heute sind die größten Anteilseigner Blackrock und der norwegische Staatsfonds.
Die volkswirtschaftliche Seite mitsamt all ihren Folgen wird bei der Globalisierung, EU-Erweiterung und Zuwanderung noch viel zu wenig medial thematisiert.
Gerade bei der Industrie 4.0 wird das aber noch ein großes Thena werden, Stichwort Sozialisierung der steigenden Produktivität.
Und auch da muss man schauen, wen man ins Land holt und wer da auf längere Zeit bezogen überhaupt eine Perspektive hat.
Und wenn man diese Fakten analysiert, dann kommt es halt auch zu "unangenehmen" Ergebnissen.
Nur kannst du das der Bevölkerung so nicht verkaufen.
Würde die Bevölkerung immer noch wie eine Schafherde eine CO2 Steuer akzeptieren, wenn die Politik die wahren Prognosen über die Kosten von "2015" kommunizieren würde?
Bei etwa 25-40 Mrd Kosten pro Jahr, genau kann man es gar nicht rechnen, wenn man wirklich alle Kostenstellen miteinbezieht, kommt man in 20 Jahren auf 500-800 Mrd, die ja irgendwie refinanziert werden müssen.
Ein weiteres Minus können wir uns bei Zuwanderung schlichtweg nicht leisten.
Schon der Kraftakt "Aufbau Ost" war finanziell kaum zu stemmen und hat im Endeffekt dann die Hartzgesetze nach sich gezogen. Wir haben fast 30 Jahre gebraucht, bis dort ein volkswirtschaftlicher Zugewinn erreicht wurde.
Das sind halt Tatsachen, die niemand hören will.
Oskar Lafontaine, mit dem ich politisch ja eher weniger gemein habe, hat das 1990 ja genau so offen kommuniziert. Die Menschen wollten aber lieber Kohl glauben.
Länder wie Kanada oder Australien haben das nach ihrer jahrhundertelangen Erfahrung mit Zuwanderung nicht ohne Grund anders geregelt. Da stecken ja auch eigene Erfahrungen dahinter.
Bei uns haben wir ja mittlerweile sogar das Paradoxon des Braindrain. Man bildet für viel Steuergeld Mediziner aus und die gehen häufig für viel Geld ins Ausland oder in die Pharmaindustrie, weil in Krankenhäusern nach westlichem Maßstab bei uns relativ schlecht bezahlt wird, beklagen dann einen "Ärztemangel" und holen uns Mediziner aus der dritten Welt.
Eine Patentlösung habe ich auch nicht.
Eine Politik wie von Willy Brandt ("Wir müssen zuerst an die eigene Bevölkerung denken") wäre zumindest schon mal ein Ansatz. Im Moment ist das Motto eher "wir müssen an die Konzerne denken".
Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Je größer, reicher und mächtiger die obersten 0,1% werden, desto flexibler sind sie und desto weniger Handhabe haben Politiker.
Siehe die neue Finanztransaktionssteuer, die wieder nur die Bevölkerung trifft und den Hochfrequenzhandel ausnimmt oder die Besteuerung von Großkonzernen, die man einfach nicht vernünftig hinbekommt.
Oder schau auf die Zinspolitik. Staaten und Großkonzerne finanzieren sich über minimale Zinsen, der Bürger bekommt überhaupt keine mehr oder ist gezwungen sein Geld in Sachwerte zu investieren.