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AW: Andro Rasanter R53
Wie üblich habe ich den neuen Belag nicht nur selbst getestet, sondern im Training ein wenig herumgereicht.
Testschläger: Treiber CO mit R53 und R50 vs. Treiber CO mit zweimal R50
R53 ungeschnitten 73 Gramm, R50 71 Gramm (jeweils ultramax)
Eindrücke/Aussagen
Härte:
- Der R53 spielt sich tatsächlich etwas weicher als "befürchtet". Ich finde den Schritt vom R50 zum R53 kleiner als den vom R47 zum R50. Eine andere Meinung war "nicht viel härter als R50".
Man spürt vor allem beim Topspin extrem intensiv, wie der Belag greift.
Bei anderen harten Belägen hat man ja manchmal das Gefühl, mit einer Glasplatte zu spielen. Trotz der nominalen Härte kann deshalb ein Test auch für Spieler interessant sein, die sonst mit Belägen im Bereich 47,5 Grad spielen, wenn es nicht gerade die mit den softesten Obergummis sind.
Spin:
- Im Vergleich zum R50 auf demselben Holz kommt mehr Bogen und mehr Spin vom R53.
Da andro bei beiden Belägen das gleiche R-Obergummi verwendet, ist dies ziemlich eindeutig dem neuen Energy Cell Schwamm zuzurechnen.
- Extrem gute Ankopplung beim Gegentopspin/Übernehmen über dem Tisch - die höherklassigen Spieler hatten da extrem Spaß.
Unterklassige Spieler bitte überlegen, wie oft das gespielt wird. Bei mir kürzlich in 10 Trainings-Sätzen genau 2 ...
- Topspin auf Unterschnitt eine der Paradedisziplinen. RL Mitte: "Unfassbar, wie leicht das geht."
Insgesamt auch [B]viel Spin/B]. (sagen vor allem die, die näher ans Maximum kommen als ich).
Katapult/Speed:
- Der R50 spielt sich minimal katapultiger als der R53.
- Die Katapult-Entwicklung ist sehr linear, wenn der erste Spinball zurückkommt und man nachziehen möchte, gibt es keine unangenehme Extra-Power-Überraschung.
Wenn ich damit spiele, kann ich nicht das volle Potenzial ausschöpfen, da ist der Belag nicht "schneller" als ein R47. Beim Kollegen aus der RL ist dann schon noch mal ein klarer Unterschied zwischen R50 und R53 im Tempo. Da geht es wirklich drum, die volle Power aktivieren zu können.
Übrigens, der R53 war frisch aus der Tüte und sein Vergleichs-R50 leicht getunt - R53 trotzdem in allen Belangen vorn.
Für wen ist dieser Belag also geeignet?
Wie zu erwarten macht er schon für technisch gute Spieler mit guter Beinarbeit und einer Vorliebe für harte Beläge am meisten Sinn. Das impliziert meist, dass auch mehrmals in der Woche trainiert wird. Dann bietet der R53 nochmals Vorteile gegenüber anderen auch schon sehr guten Belägen, und wenn das Profil so zutrifft ist dann m.M.n. auch nicht entscheidend ob jemand 1700 oder 1800 Punkte hat oder wie meine "Testkollegen" jenseits der 2150. Letztere kriegen halt noch mehr raus.
Ich spiele nur noch im Einzeltraining und zum Spaß Übungen und werde den Belag behalten. Da kommt dann irgendwann auch ein Update zur Haltbarkeit. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir durch die Härte des Belags im Trainingsmatch ein wesentlicher Nachteil entsteht.
Trotzdem würde ich es beim R47 belassen. Ich finde das Wort "fehlerverzeihend* nicht ganz glücklich, weil es manchmal zu hohe Erwartungen provoziert, aber ein etwas weicherer Belag lässt sich nun mal einfacher spielen.
Für die Zielgruppe ist aber aus meiner Sicht die Frage, ob sich diese 10 Euro Aufpreis lohnen, mehr als klar beantwortet.
Irgendwie ist R53 für mich wie ein Sportwagen im Stadtverkehr. Kann man schon fahren, tut auch nichts Unerwartetes, aber gehört halt eher auf die Rennstrecke.
Zum Abschluss noch ein paar "Vergleiche" zu den harten Belägen, die ich wenigstens mal einen Abend testen konnte, zum Teil aber auf fremden Hölzern.
- Rhyzer 50: insgesamt viel härter. Gibt ja die weit verbreitete Meinung zum Beläge "einprügeln". Das war es mir nach dem ersten Eindruck nicht wert. Der R53 hat direkt aus der Packung funktioniert.
- GEWO Hype XT 50: nicht so krass wie der Rhyzer, aber für mich anspruchsvoller als der R53, auch nach dem dritten Abend
noch. Gesamtabstimmung eben straffer/direkter, mehr ein "Tempobelag". Wie schon in einem vorherigen Post angesprochen wäre es sicher interessant, im direkten Vergleich den Nexxus 53 zu spielen. Aber irgendwie scheue ich die Investition.
- t05 Hard: Schon unter "Laborbedingungen" eher "geht gerade noch", in Spielsituationen einfach zu anspruchsvoll.
- MX-P 50: etwas angenehmer zu spielen als Rhyzer und Hype. Katapultiger als der R-53.
Geändert von Power-Seven (04.11.2019 um 11:45 Uhr)
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